Nadja Zimmermann 1000 Mal Glanz und Nadja

Am 22. Mai feiert SF 1 die tausendste Ausgabe von «glanz & gloria». Nadja Zimmermann ist seit der ersten Stunde mit dabei. Mittelpunkt ihres Lebens ist inzwischen nicht mehr nur Klatsch über Prominente, sondern ihre Familie.

Wenn Mara, 23 Monate, nicht will, geht gar nichts! Mit Mama auf der Decke kuscheln? Wie langweilig! Vor allem wenn es so Interessantes zu entdecken gibt wie die Kamera des Fotografen, auf der man gleich die geschossenen Bilder begutachten kann. Mara kraust das Näschen, ihre grossen, fast schwarzen Kulleraugen strahlen. «Du», sagt sie und zeigt aufs Display der Kamera. «Damit meint sie sich selbst, weil natürlich alle du zu ihr sagen», erklärt ihr Mami, «glanz und gloria»-Moderatorin Nadja Zimmermann, 32, lachend.

In der gemütlichen Viereinhalb­zimmer-Wohnung mitten in Zürich, die ­Nadja mit ihrem Partner Christoph ­Germann, 32, und dem gemeinsamen Töchterchen Mara Malou bewohnt, gibts auf den ersten Blick wenig Glitzer: In der Küche hängen keine Einladungen zu Cüpli-Partys, sondern der Menüplan für die Woche und ein Lebkuchen-Rezept.

Klein Mara steht viel lieber hinter als vor der Kamera. Und im Gang reihen sich Turnschuhe und bequeme Stiefel. «Das ist aber eine reine Vorsichts­massnahme», sagt Nadja. «Meine hohen Schuhe stehen im Schrank, sonst würde meine Tochter dauernd auf ihnen durch die Stube balancieren. Die glamouröse ­Seite ist bei mir halt etwas versteckt.»

Natürlich hat ein Alltag mit Kind kaum mit Glanz und Gloria zu tun. «Aber ich bin mir sicher, dass auch Angelina ­Jolie und Brad Pitt sich daheim nicht in Schale werfen», sagt Nadja. Sie selbst geniesst es, sich hin und wieder für ­einen Anlass aufzubretzeln. «Aber ich muss nicht bei jeder Sause dabei sein.»

Christoph Germann, der Mann an Nadjas Seite, gibt sich da eher zurückhaltend: «Ich arbeite bei einer Plattenfirma und war früher berufsbedingt oft an Anlässen unterwegs, deshalb brauche ich das heute nicht mehr. Seit Mara da ist erst recht nicht.» 

Christoph ist Papi mit Leib und Seele. «Er macht alles, was ich auch mache», sagt Nadja. «Windeln wechseln, Büechli erzählen, spielen.» Montags und dienstags – wenn Nadja Zimmermann für «glanz und gloria» vor der Kamera steht – holt Christoph Mara von der Krippe ab und hat Papa-Dienst, bis Nadja nach Hause kommt.

Ob Vater und Tochter dann gemeinsam die Mama am TV schauen? «Nein», sagt Nadja bestimmt. «Mara ist noch nicht mal zwei, ich finde, sie muss noch kein Fernsehen gucken.» Auch sie selbst sieht sich ihre Auftritte nicht mehr regelmässig an. «Höchstens mal für eine Manöver-Kritik.»

An ihre allererste Sendung – oder besser gesagt an die Kick-off-Party danach – denkt Nadja mit gemischten Gefühlen zurück. «Ich betrat diesen Raum, und alle schauten mich an. Ich starb innerlich tausend Tode!» Am Tag danach gabs Schelte. Aber nur für die Sendung.

Nadja Zimmermann wurde als grosse Neuentdeckung gefeiert. Jetzt, vier Jahre später, ist von Häme keine Rede mehr. Mit bis zu 300 000 Zuschauern täglich hat sich «g & g» längst in der Schweizer Fernsehlandschaft etabliert.

Und Nadja Zimmermann, zu der vor zwei Jahren ihre Moderations-kolleginnen Nicole Berchtold und Annina Frey stiessen, hat sich zu einem richtigen TV-Liebling gemausert. «Woran das liegt?» Nadja zuckt hilflos die Schultern. «Ich weiss es wirklich nicht.» Nadja sei natürlich, sympathisch und am Boden geblieben, sagt Christoph Germann. «Nadja ist am Bildschirm dieselbe wie Zuhause.»

Auch ihre Kollegin Nicole Berchtold lobt Nadjas Authentizität vor der Kamera. «Und sie ist professionell und gewissenhaft. Zudem schätze ich ihren geheimen Süssigkeiten-Vorrat, den sie in unserem gemeinsamen Büro angelegt hat!»

«Meine High Heels sind im Schrank. Die glamouröse Seite ist bei mir halt etwas versteckt»

Nadja machte eine kaufmännische Ausbildung, arbeitete danach in diversen Büros, hinter den Kulissen eines Musicals und landete schliesslich beim Radio und beim Musik-Sender Viva, wo sie viereinhalb Jahre lang vor und hinter der Kamera wirkte.

Dort lernte sie auch Christoph kennen, damals Produktmanager bei einer Plattenfirma (heute arbeitet er im Digital-Bereich). Seit fünfeinhalb Jahren sind die Aargauerin und der Berner mittlerweile ein Paar.

Nadjas Anfänge bei «glanz & gloria» seien für beide «recht heftig» gewesen. Nadja: «Plötzlich stürzten sich alle auf mich, ich musste ständig Interviews geben, wurde auf der Strasse erkannt. Das war ich mir in dem Ausmass nicht ­gewohnt.» Mittlerweile habe sich aber alles wieder normalisiert, und sie freue sich, wenn ihr jemand im Tram sage, sie mache ihre Sache gut.

«g & g»-Redak­tionsleiter Martin Boner überrascht es nicht, dass Nadja Zimmermann bei den Zuschauern so gut ankommt: «Wir wussten bereits beim ersten Casting: Sie ist es! Nadja hat Temperament und Humor, und lässt ihre Meinung auch mal zwischen den Zeilen durchblicken.»

«Papei», ruft Mara und zeigt auf einen Specht in einem Tierbuch. «Nein, das ist kein Papagei», sagt ihr Mami. Mara hebt fragend die Augenbraue und meint: «Mamei?» Nadja lacht. Ob Mara irgendwann ein Geschwisterchen bekommt? «Vielleicht. Aber momentan sind wir mit ihr ziemlich ausgelastet.» Überhaupt kann sich Nadja Zimmermann vieles vorstellen in ihrem Leben. «Zum Beispiel, in zehn Jahren ein kleines Delikatessengeschäft oder eine Pension zu führen. Aber es kann auch gut sein, dass ich dann noch immer glücklich bin bei ‹glanz & gloria›.»

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