Uwe Ochsenknecht Alles Käse - oder was?

Endlich! Nach drei Jahren steht Uwe Ochsenknecht wieder für einen der kultigen TV-Spots für Appenzeller vor der Kamera. Sein Lohn? Eineinhalb Kilo Käse pro Monat!

Scheidegg, unterhalb der Säntis-Kette. Kuhglocken bimmeln, es riecht nach Gras und Sommerblumen. Auf der Terrasse des Restaurants sitzen Wanderer, knabbern an einem Stück Käse - und beobachten aus den Augenwinkeln den grossen Blonden, der an seinem Glas Mineralwasser nippt und seinen Blick bewundernd über die Landschaft schweifen lässt. Ist das nicht …? Ja, er ist es! Uwe Ochsenknecht, 53, bekannt durch Filme wie «Das Boot», «Männer» und «Schtonk!». Der deutsche Schauspieler und Musiker dreht hier seinen dritten Werbespot für Appenzeller Käse: Noch immer ist er als Tourist auf der Suche nach dem geheimen Rezept der Kräutersulz.

Herr Ochsenknecht, stimmt es, dass Sie einen Teil Ihrer Gage für die Appenzeller-Spots als Käse erhalten?
Ja. Ich war drei lange Jahre Käse-abstinent! Jetzt krieg ich wieder gut eineinhalb Kilo pro Monat und erfreue damit auch meine Familie und meine Freunde.

Was haben Sie eigentlich mit Appenzeller Käse gemeinsam?
(Lacht.) Meine Konsistenz ist auch geheim! Zudem bin ich mittlerweile ganz gut gereift. Damit fühle ich mich sehr wohl. Ich glaube, gewisse Zusammenhänge langsam kapiert zu haben.

Warum machen ausgerechnet Sie ­Werbung für einen Schweizer Käse?
Ich würde nie für etwas werben, hinter dem ich nicht stehen kann. Man dachte offensichtlich, dass ich hier ganz gut reinpasse.


«Die Kombination der Urchigkeit der Appenzeller mit Uwe Ochsenknechts komödiantischem Talent lässt wunderbare Geschichten entstehen», begründet Moritz Staehelin die Wahl. Er ist Creative Director der Berner Agentur Contexta, die seit über vierzig Jahren für Appenzeller Käse wirbt. Vom Wahlmünchner Schauspieler begeistert ist auch Appenzeller-Chef Christoph Kempter: «Wir wollen durch Origina­lität und Witz auffallen. Uwe ist dafür genau der Richtige.» Die Stimmung am Set ist heiter, Ochsenknecht und Regisseur Micha Lewinsky scheinen sich blind zu verstehen. Nach nur knapp zwei Tagen ist der Spot abgedreht.

Wie ist für Sie die Arbeit mit einem Schweizer Regisseur?
Bis jetzt habe ich keinen Unterschied zwischen Schweizer und deutschen Regisseuren festgestellt. Die Schweizer sind pünktlich, korrekt und sehr professionell. Ein Angebot von Marc Forster würde ich nicht ablehnen …

Ihre Söhne Wilson Gonzales und Jimi Blue sind ebenfalls sehr erfolgreich im Showbusiness. Welche Ratschläge geben Sie Ihren Jungs?
Man soll nie meinen, man wisse, wies geht. Jede Rolle sollte wie die erste sein.

Und in Bezug auf Groupies?
Da muss ich ihnen nichts mehr erklären. Die sind ja nicht blöd! Ich beobachte mit Spass, wie das so läuft bei ihnen mit Mädchen.

Aha - und wenn dereinst die Verehrer bei Ihrer jetzt neunjährigen Tochter Cheyenne Schlange stehen?
Da hört der Spass auf! Oje - das wird schlimm! Ganz schlechtes Thema! Nächste Frage!

Sie sind seit zwanzig Jahren mit Ihrer Ehefrau Natascha glücklich. Das ist ungewöhnlich im Showbusiness.
Dafür gibts kein Rezept. Wir hatten ­einfach Glück.

Was ist das Wichtigste, was Sie Ihren Kindern im Leben mitgeben möchten?
Toleranz und Empathie. Man ist kein besserer Mensch, nur weil man ­berühmt ist.

Sprichts und bringt ein Stück Käse an einen Tisch, von dem aus ihn deutsche Touristen beobachteten. Als er zurückkommt, meint er mit schelmischem Lächeln: «Isch das alles gsy? Merci vilmol!»
Gibts eigentlich etwas, das der Mann nicht kann?

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