Doku-Soap «Behinderte wurden lange genug versteckt!»

Das Schweizer Fernsehen plant eine Sendung mit Behinderten: Eine siebenteilige Dokumentation in einer Badeanstalt. Pro Infirmis unterstützt die Idee.

Menschen mit einer geistigen Behinderung sollen beim SF für Traumquoten sorgen: Geplant ist eine Doku-Soap, die zeigt, wie Menschen - zum Beispiel mit Down-Syndrom - zusammen mit anderen Protagonisten eine Badeanstalt führen. Die Dreharbeiten sollen im Sommer beginnen und vom Schweizer Ableger der holländischen Firma Endemol produziert werden, die bereits «Big Brother» realisiert hat.

Der Pressesprecher der Behindertenorganisation Pro Infirmis Mark Zumbühl bestätigt, dass Endemol sie bereits kontaktiert hat. Sie wollen sich beraten lassen. «Das zeigt, dass sie die Sache ernst nehmen», sagt Zumbühl. Er sei der Meinung, dass sich behinderte Menschen ruhig zeigen dürfen: «In der Schweiz sind sie lange genug versteckt worden!»

Die Sendung soll auch witzig sein - solange die Protagonisten nicht missbraucht werden. «Menschen mit Down-Syndrom sind gesellige Leute - und in der Öffentlichkeit zu stehen ist die beste Intergration», erklärt Zumbühl.

Menschen mit Down-Syndrom sind aber nicht nur beim TV gefragt, sondern auch als Models: Der 17-jährige Fabian zum Beispiel stand mit Missen-Betreuerin Karina Berger, 41, für die aktuelle Ausgabe der Schweizer Illustrierten vor der Kamera - und Benetton warb bereits 1998 mit geistig behinderten Menschen.

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