«Goodbye Deutschland» «Chaoten»-Paar aus Zürich ist sesshaft

Bald ein Jahr ist es her, seit Anastasia und Chris ihre Zelte in Deutschland abgebrochen haben, um mit ihrem eigenen Laden in Zürich durchzustarten. SI online weiss, wie es dem Auswanderer-Paar heute geht und womit sie noch immer zu kämpfen haben.

Fast schon überstürzt haben Anastasia Hirsch, 29, und Chris Kühn, 34, ihre Heimat Deutschland letztes Jahr verlassen. Und die Zuschauer von «Goodbye Deutschland» durften sehen, wie die beiden nach Zürich umgezogen sind - ohne Plan. Sie fanden keine Wohnung, mussten sich Geld leihen und Anastias Kind musste bei den Grosseltern in Deutschland bleiben. Viele haben wohl gedacht, die Ex-Stripperin und der Ex-Knacki überstehen keine zwei Wochen in der Schweiz. Falsch gedacht. Die beiden sind noch immer in Zürich, betreiben ihren Hip-Hop-Kleiderladen «I love Fashion» und leben das Leben, das sie sich lange gewünscht haben. SI online hat mit den von Vox als «chaotischste Auswanderer» bezeichneten Deutschen gesprochen:

SI online: Bald ein Jahr ist es her, seit wir Ihren Umzug in die Schweiz bei «Goodbye Deutschland» verfolgen durften. Was ist seither passiert?
Anastasia Hirsch: Wir waren sehr fleissig, mittlerweile verkaufen wir nicht nur Kleider, wir planen auch Veranstaltungen mit Rappern aus der Schweiz und Deutschland. Und wir haben ein eigenes Label in Planung.
Chris Kühn: Erst einmal gibts jetzt eigene «I love Fashion»-T-Shirts.

Sie haben Ihre Schulden also mittlerweile abbezahlt.
Anastasia Hirsch: Noch nicht ganz, nein. Wir haben so viel in den Laden investiert, in Ware. Dafür haben wir für uns selbst das ganze Jahr fast auf alles verzichtet. Mittlerweile können wir leben, wir sind zwar keine Millionäre, aber ab und zu mal ein Burger liegt drin.

Ihre Lebensplanung ging zu Beginn nicht ganz auf, Sie fanden keine Wohnung und schliefen im Ladenlokal. Wie sieht es heute aus?
Anastasia Hirsch: Seit Oktober haben wir eine Wohnung in Pfäffikon, das ist super! So konnte auch endlich mein Sohn Angelo nachkommen. Jetzt müssen wir einfach schauen, dass wir Familie und Job unter einen Hut bekommen.

Apropos, wie hat Ihre Liebe die turbulente Zeit des Auswanderns überstanden?
Anastasia Hirsch: So etwas verbindet. Natürlich ist es nicht leicht, wir sind 24 Stunden am Tag zusammen, haben auch mal Meinungsverschiedenheiten, aber das gehört doch in jeder Beziehung dazu.

Das klingt nach Happy End. Und einer Hochzeit in der Schweiz?
Anastasia Hirsch: Naja, schauen wir mal. Chris und ich sprechen tatsächlich darüber, konkret ist jedoch noch nichts.
Chris Kühn: Da gehört ja auch ein bisschen Romantik dazu. Wenn schon, dann richtig. Mit Flitterwochen und allem.
Anastasia Hirsch: Aber die Schweiz ist toll, wir wollen auf keinen Fall zurück nach Deutschland.

Gibt es trotzdem etwas, das Ihnen fehlt?
Anastasia Hirsch: Meine Eltern und meine Schwester!
Chris Kühn: Mir fehlt der Schweizer Pass. Die Behörden hier machen es einem echt nicht einfach.

Inwiefern?
Chris Kühn: Wir sind keine bösen Menschen, doch durch den Auftritt bei «Goodbye Deutschland» sind Leute aufgetaucht, die mir wegen meiner Vergangenheit das Leben etwas schwerer machen wollen. Aber eigentlich versuchen wir hier eine Vorbildfunktion zu übernehmen und zu zeigen, dass man sich ändern kann.

Wenn Sie noch einmal auswandern könnten, was würden Sie anders machen?
Anastasia Hirsch: Wir würden uns definitiv besser vorbereiten. Wir haben - aus Unwissenheit - doch einige Regeln missachtet und da sind die Schweizer ja dann sehr streng. Wir haben unser Lehrgeld bezahlt, jetzt wissen wir's.

Immer wieder besuchen internationale Stars den «I love Fashion»-Store in Zürich. Am Wochenende gab sich Rapper Kay One die Ehre:

Am Donnerstagabend sind Anastasia und Chris zu Gast in der Talkshow «Aeschbacher» - 26. April 2012, um 22.20 Uhr auf SF1.

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