Bea Petri «Christoph Waltz hasst Make-up!»

Die Make-up-Artistin Bea Petri hat 1998 den Oscar-Preisträger Christoph Waltz geschminkt. Im Interview erzählt sie von der Begegnung mit dem österreichischen Schauspieler.

SI online: Bea Petri, wann entstanden die Fotos von Ihnen und Oscar-Preisträger Christoph Waltz?
Bea Petri: Die Fotos entstanden im Rahmen einer intensiven Zusammenarbeit für einen Spielfilm im Jahr 1998.

Erzählen Sie uns von der Stimmung am Set?
Christoph hat einen sehr intelligenten Humor und lachte trotz den anstrengenden Filmarbeiten sehr viel. Die Stimmung in meinem Maskenmobil war immer entspannt und fröhlich.

Welche Beautytipps haben Sie ihm gegeben?
Christoph Waltz hasst Make-up! Er musst aber auch nicht stark geschminkt werden, denn ich musste seine Rolle maskentechnisch kaum unterstützen.

Wie haben Sie ihn den geschminkt?
Mit Antishine, einem neutralen Anti-Glanzprodukt, habe ich seine Haut mattiert. Er war so begeistert von diesem leichten Make-up, dass er gleich ein paar Tuben davon für seinen nächsten Film bestellte.

Was bleibt Ihnen von dieser Begegnung am meisten in Erinnerung?

Seine Bescheidenheit. Zudem ist er ein sehr gescheiter, konzentrierter, aber dennoch witziger Mensch. Ich habe unglaublich gerne mit ihm zusammen gearbeitet.

Hätten Sie gedacht, dass er irgendwann einmal einen Oscar gewinnt?
Nein, damals sicher nicht. Er war einfach zu bescheiden. Die Rolle, die er von Regisseur Quentin Tarantino in «Inglourious Basterds» bekam, war seine grosse Chance und er hat sie gepackt. Ich mag es ihm von Herzen gönnen. Er hat es so verdient!

Sie selber sind auch eine sehr engagierte Person. In Burkina Faso haben Sie die Ausbildungsstätte «Nasmode» für Maskenbildnerinnen aufgebaut.
Ja, wir bieten Schneiderinnen, Kosmetikerinnen, Coiffeusen eine Zusatzbildung als Maskenbildnerin an. Wir betreuen das nationale Fernsehen in der Hauptstadt Ouagadougou und eine meiner Mitarbeiterinnen arbeitet als Maskenbildnerin für Spielfilme. Afrika hat eine grosse Filmindustrie und in Burkina Faso findet alle zwei Jahre das grösste afrikanische Filmfestival statt. 80 Prozent der ausgebildeten Schüler können nach der Abschlussprüfung selbstständig in ihrem erlernten Beruf arbeiten und sich so ernähren. Vor einem Jahr hatten wir 48 Schüler, jetzt sind es bereits 101. Wir planen nun ein Internat zu bauen, wo wir bis zu 200 junge Menschen aufnehmen können. Das Land dazu haben wir bereits!

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