Anatole Taubman Der Böse vom Dienst

Bald weltweit im Kino als Schurke Elvis im neuen James Bond! Anatole Taubman gesteht, neben Hauptdarsteller Daniel Craig fühle er sich als «personifiziertes Antisex-Symbol». Zahlt sich die Rolle dafür auf dem Bankkonto aus?
Bond-Mobil Aston Martin DBS. Anatole fährt im richtigen Leben am liebsten einen Smart.
Bond-Mobil Aston Martin DBS. Anatole fährt im richtigen Leben am liebsten einen Smart.

Der Aston Martin DBS (das Modell aus dem neuen Bond-Film) steht in der Parkgarage des Einkaufszentrums Sihlcity in Zürich bereit. Das Fototeam auch. Nur Anatole Taubman, 36, fehlt. Eine Stunde kommt der Schauspieler mit Weltstar-Potenzial zu spät zum Termin mit der Schweizer Illustrierten – dafür mit Schatten unter den Augen, Bartstoppeln, dunklen Klamotten, Zigarette im Mundwinkel. Typ dünner, urbaner Bohemien.

Er ist im Stress, lässt sich aber von keinem stressen, verlangt als Erstes ein Thai-Curry mit Poulet. «Mit gefülltem Magen arbeitet es sich besser», sagt der Zürcher, der in «A Quantum of Solace»  den Halunken Elvis gibt, einer von «007» Daniel Craigs Widersachern. Die Hälfte des Currys lässt er stehen. Es geht los.

Als Ex-­Model in London und Mailand weiss er, wie man mit der Kamera flirtet, dem Fotografen flüstert er zu: «Schau mir in die Augen, Baby …» Er spielt den Kaspar. «Ich mach gärn s Chalb.»

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Anatole Taubman, können Sie eine ­Smoking-Fliege binden?
Nein. Wenn ich privat eine brauche, besorg ich mir eine mit Gummi­zug. Mein Leben ist nicht auf Smoking­tragen ausgerichtet. Es ist unspek­takulärer, als man es sich vorstellt.

Sie wohnen mit der Schauspielerin Clau­- dia Michelsen in Berlin. Wie leben Sie?

Ach, das ist gewöhnlicher Alltag. Ich stehe mit den Kindern auf, hole sie von der Schule ab, spiele mit Tara, der Jüngeren, und helfe Lina, der Älteren, bei den Hausaufgaben. Ich spiele Fussball mit den X-Kickers oder lade Claudia zu unserem Lieblingschinesen «Good Friends» an der Kantstrasse ein.

Neben Daniel kommt man sich wie das personifizierte Antisex-Symbol vor.

Sprechen Sie Schweizerdeutsch mit den Kindern?
Immer mehr. Zum Beispiel singe ich mit den Kindern «Det äne am Bergli». Und wenn ich will, dass die Mädels die Zähne putzen, dann sage ich: «Gönd go d Zäh butze.» Das klingt einfach netter.

Im neuen James Bond wird zum ersten Mal Schweizerdeutsch gesprochen …
Das ist Regisseur Marc Forsters und mein Tribut an die Schweiz. James Bond ist dieses Mal mit Swissness infiziert. Den Bond-Girls Gemma Arterton und Olga Kurylenko haben wir das Wörtchen «Schätzeli» beigebracht. Das war auf dem Set der Running Gag.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Marc Forster?
Wir sind enge Freunde geworden. Marc ist eine tolle Persönlichkeit, sensibel und ausgeglichen. Er brüllt auf dem Set nie herum, er ist ein Traum für jeden Schauspieler.

Bond-Darsteller Daniel Craig gilt als einer der erotischsten Männer der Welt. Kriegt man Komplexe, wenn man wochenlang neben ihm bestehen muss?
(Lacht.) Neben Daniel kommt man sich tatsächlich wie das personifizierte Antisex-Symbol vor. Aber ich kann wunderbar damit leben.


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