Didier Burkhalter Der clevere Vermittler

Hauterive NE: Burkhalter liebt den See. Sein Opa war Berufsfischer, er selber Wettkampf-Schwimmer.
Hauterive NE: Burkhalter liebt den See. Sein Opa war Berufsfischer, er selber Wettkampf-Schwimmer.

Er mag keine Konflikte, sucht lieber Kompromisse. «Ich politisiere für etwas, nie gegen etwas», sagt Didier Burkhalter, 49. Der studierte Volkswirtschafter und Ständerat ist ein Vollblut-Politiker. Und das hat seinen Grund: Als 18-Jähriger fotografierte der Neuenburger auf einer Reise in Algerien ein Regierungsgebäude – das war verboten. «Die Polizei nahm mir Pass und Geld weg.» Da habe er sich geschworen, für die Freiheit zu kämpfen.

Die Bundesratskandidatur löste bei seiner Familie anfangs kaum Begeisterung aus: «Wir stimmen zu Hause über wichtige Entscheide ab, und hier gabs mehr als eine Enthaltung», erzählt Burkhalter. Seine Frau Friedrun Sabine stammt aus dem Vorarlberg (Österreich), die beiden lernten sich vor 26 Jahren in England kennen. Gemeinsam mit den drei Söhnen diskutierten sie daheim intensiv. «Sie stimmten schliesslich zu unter der Bedingung, dass das Familienleben weitergeht wie bisher.»

Burkhalter ist ein Mann der kleinen und grossen Erfolge. In jungen Jahren triumphierte er als Kantonalmeister im 100-Meter-Freistil-Schwimmen. Als Mitglied der Neuenburger Stadtregierung fädelte er für den Bau des Stadions La Maladière eine Partnerschaft mit privaten Investoren ein. Darüber schrieb er ein Buch – und kam auf den Geschmack: «Ich würde später gern mal einen Roman schreiben.»

Wieso sind Sie ein guter Bundesrat? «Ich regiere und entscheide gern. Zudem würde ich dafür einstehen, dass der Bundesrat mit einer Stimme spricht – und nicht wie heute oft mit sieben.»


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