Christian Lüscher Der talentierte Charmeur

Genf: In Lüschers Sitzungszimmer hängt das Bild «Kate Moss auf Elefant» von Arthur Elgort.
Genf: In Lüschers Sitzungszimmer hängt das Bild «Kate Moss auf Elefant» von Arthur Elgort.

Sein erster Besuch in Bern sei für ihn ein «Coup de foudre» gewesen – Liebe auf den ersten Blick. Die gemütliche Stadt und das politische Treiben. «Ich fühlte mich sofort wie zu Hause», erzählt Christian Lüscher. Der jüngste politische Coup des 45-jährigen Nationalrats: Er interveniert gegen die juristische Möglichkeit, statt einer Gefängnis- nur eine Geldstrafe auszusprechen. «Diese Massnahme schreckt kaum ab. Wer wenig verdient, muss auch nur wenig bezahlen.»

Nun kandidiert der Jurist für den Bundesrat, um «meinem Land zu dienen». Klar würde er nach einer Wahl auch das Innendepartement übernehmen. Der Genfer findet aber, dass hier nach Dreifuss und Couchepin mal ein Nicht-Welscher wirken müsste: «Die Geschäfte sind blockiert. Es braucht eine neue Vision – eine Deutschschweizer Vision. Ueli Maurer wäre dafür ideal.»

Lüschers Leben ist klar strukturiert. «Ich wünschte mir früh eine Familie.» Seine Söhne sind heute 17 und 20 Jahre alt. Dann startete er im Beruf durch, ist nun Partner in einer Kanzlei. «Mittlerweile bin ich geschieden, deshalb habe ich Zeit für die Politik.» Und auf diesem Gebiet wandelt er in den Fussstapfen seiner Mutter: Sie war Gemeinderätin, Grossrätin und gar Bürgermeisterin. Zum Ausgleich fährt Lüscher Wasserski und taucht. «Das ist für mich wie eine Psychotherapie!»

Wieso wären Sie ein guter Bundesrat?
«Als Jurist kann ich Ideen präsentieren und mit Partnern verhandeln. Ich habe Energie und bin in einem guten Alter.»

Kandidaten auf dem Prüfstand

Wer wird neuer Bundesrat? Welcher Kandidat hat Macht? Wer Humor? Und wer ist am besten gekleidet? Drei Experten schauen genau hin.


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