Martine Brunschwig Graf Die erfahrene Spielerin

Genf: Im Restaurant de l’Hotel de Ville in der Altstadt trinkt Martine Brunschwig Graf gern einen Kaffee.
Genf: Im Restaurant de l’Hotel de Ville in der Altstadt trinkt Martine Brunschwig Graf gern einen Kaffee.

Erstmals könnte im Bundesrat eine Frauenmehrheit regieren – dank ihr. Martine Brunschwig Graf lacht und winkt ab: «Bei dieser Wahl gehts nicht um Frauenfragen, sondern um Kompetenzfragen.» Die 59-Jährige könnte sich vorstellen, weiterhin Nationalrätin zu bleiben. «Aber ich möchten mich für eine starke Schweiz engagieren.» Deshalb stellt sie sich als Kandidatin zur Verfügung.

Martine Brunschwig Graf ist seit zwei Jahren Witwe und hat keine eigenen Kinder, dafür eine grosse Familie. Sie wuchs mit sieben Geschwistern in Freiburg auf. «Wenn man mit so vielen Menschen unter einem Dach lebt, lernt man automatisch, zu debattieren – denn da gibts Ideen von links bis rechts.» Als sie später selber in die Politik einstieg, machten sich ihre Eltern sorgen: «Sie bekamen in der Beiz oft mit, wie aggressiv das Klima beim Politisieren ist.»

Als Genfer Regierungsrätin und Nationalrätin hat sich die Ökonomin einen Namen gemacht. Und wenn Martine Brunschwig Graf nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommt, entspannt sie sich unter anderem mit Computerspielen. «Sim City» gehört zu ihren Favoriten – ein Strategiespiel, bei dem eine Stadt aufgebaut wird. «Ein super Training für das Gehirn!»

Wieso wären Sie eine gute Bundesrätin?
«Das müssen die Mitglieder meiner Fraktion entscheiden! Ich kann nur sagen, dass ich entscheidungsfreudig bin und mich nicht vor schwierigen Aufgaben scheue. Zudem weiss ich, wie man regiert.»

Kandidaten auf dem Prüfstand

Wer wird neuer Bundesrat? Welcher Kandidat hat Macht? Wer Humor? Und wer ist am besten gekleidet? Drei Experten schauen genau hin.


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