Sweet Destiney Die Heidi Klum unter den Büsi

Sie ist weltweit die schönste Katze der Rasse Heilige Birma: Sweet Destiney. Züchterin Nathalie Mayer aus Ueberstorf FR ist stolz. Für ihr Top-Model gabs eine Extra-Portion Lachs.

Stolz, wie eine Diva thront sie auf dem obersten Podest ihres Katzenbaums. Daheim in ihrem Königreich, der Stube eines Einfamilienhauses im Freiburgischen. «Sweet Destiney» – «Süsses Schicksal». Seit Kurzem ist sie eine Königin. An der internationalen Katzenausstellung Cats 09 in St. Gallen gewann Sweet Destiney den Weltsieger-Titel bei der Rasse Heilige Birma. «Desty genoss es, im Mittelpunkt zu stehen», erzählt Besitzerin Nathalie Mayer und streichelt ihrer Liebsten über die shampoonierte Haarpracht. «Sie posierte gern und selbstbewusst, ganz wie Heidi Klum. Eine richtige Showkatze!»

Seit fünf Jahren betreibt Nathalie Mayer, 42, mit ihrem Mann die Zucht Manju. Hauptberuflich führt die gebürtige Holländerin und zweifache Mutter ein Nagelstudio. «Früher hatten wir zwei Bauernbüsi. Das war nicht lustig. Die wollten immer raus und kamen schon mal verletzt nach Hause.» Bei einem Besuch bei Freunden habe sie zum ersten Mal eine Heilige Birma gesehen. «Es traf mich wie der Blitz! Diese blauen Augen, dieser liebe Charakter! Bald fingen wir mit dem Züchten an. Mit Destys Sieg ging ein grosser Traum in Erfüllung.»

Sechs Heilige Birma stolzieren mittlerweile durch die Stube. Neben zwei Kitten – so heissen Jungtiere im Fachjargon – auch Qiara. Vor einem halben Jahr brachte sie Desty zur Welt; Deckkater Zuko gehört einer Freundin. Qiara sei ganz ruhig gewesen bei der Hausgeburt. «Es lief Musik von Mozart», erzählt die Züchterin und haucht Destys Mutter ein Küsschen zu: «Sie hat uns gleich bei ihrem ersten Wurf einen Volltreffer beschert!»

Dafür werden die Samtpfoten verwöhnt. «Die Katzen dürfen in unser Bett. Meist sind alle sechs da, die ganze Nacht.» Ihr Mann? «Der freut sich mässig.» Ein sanftmütiges und verspieltes Tier sei Desty. «Ein kuschliges Bébé, das alles mit sich machen lässt.» Einmal habe Desty einen Nuggi entdeckt, der ein Gast liegen liess. «Sie saugte wohlig dran, also kauften wir ihr einen.»

Gewichtsprobleme plagen die Miss World keine. «Sie isst gern und gut, bringt schon drei Kilo auf die Waage. Perfekte Model-Masse.» Der Menüplan für die sechs Birma: Zum Frühstück gibts Fleischkügelchen an Sauce. Für den Hunger zwischendurch stehen in den Näpfen sechs Sorten Trockenfutter parat – in den Variationen Huhn und Thon, mit Vitaminen und Öl für schönes Fell. Dazu Knabberbällchen für gesunde Zähne.

Zum Dinner ein Portiönchen Kaffeerahm, ein Taurin-Biskuit, ein Täfelchen Katzenschokolade. Den Durst löschen die Katzen am elektrischen Sprudelnapf, mit entkalktem Hahnenwasser. «Billignahrung wie Kitekat ist tabu.» Kosten: 300 Franken pro Monat für alle. Eine Maus hat Desty noch nie erbeutet. «Die Katzen sind unter Aufsicht draussen, kommen aber immer wieder schnell rein.»

Eine Beauty wie Destiney will gepflegt sein.
Jeden zweiten Monat stutzt die Besitzerin die Krallen, täglich wird gestriegelt. Und vor dem WM-Auftritt? Dreimal shampoonieren, föhnen, kämmen. Am ersten Tag werden die Katzen vom Tierarzt untersucht. «Desty war völlig ruhig.» Andere Katzen reagieren gestresst, beissen und kratzen.

Dann der Showdown! Raus aus der Box, Puder aufs Fell – und rauf auf die Bühne! Nathalie Mayer hat feuchte Hände. Die Kampfrichter schauen genau: Sind die Pfoten, die sogenannten Stiefeletten, blütenweiss? Ist das Fell mit den dunklen Points korrekt gezeichnet? Bei Sweet Destiney ist alles perfekt. Sieg! Als Belohnung gibts einen Pokal – und eine Extra-Portion Lachs.

Rund 1,2 Millionen Katzen gibts schweizweit. In St. Gallen sind 1300 Rassenkatzen aus 27 Ländern am Start. «Eine Insider-Veranstaltung», sagt Mitorganisator Jürg Keller. «Uns Züchtern sollte es eigentlich immer nur um das Wohl der Katzen gehen. Solche Shows sind eine Ausnahme. Hier gehts vor allem ums Ego der Besitzer.» Es gebe Züchter, die ihr Leben lang auf einen solchen Titel hinarbeiten. «Es herrscht viel Neid», weiss Nathalie Mayer.

Für sie ist klar: Sie wird mit Desty und dem eigenen Deckkater Ajamu ihre Zuchtlinie fortführen. Zuchttiere werden ab 1700 Franken gehandelt. Die Königin verkaufen? «Nein! Sie wird uns noch viel Freude machen.» Vielleicht schon in Burgdorf BE? Dort findet nächstens eine weitere internationale Ausstellung statt. Die Favoritin? Desty Klum!

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