ESC 2013 Die Heilsarmee vertritt die Schweiz

Die Schweizer Endausscheidung für den Eurovision Song Contest hat am Samstagabend mit einer Sensation geendet: Die Schweizer Heilsarmee fährt mit dem Song «You and Me» an den internationalen Musikwettbewerb in Malmö.
Generationenprojekt: Die gecasteten Bandmitglieder der Schweizer Heilsarmee sind zwischen 20 und 94.
© SRF Generationenprojekt: Die gecasteten Bandmitglieder der Schweizer Heilsarmee sind zwischen 20 und 94.

Ihre Teilnahme am ESC fand im Vorfeld einige mediale Beachtung - wurde aber vor allem als Kuriosum gehandelt. Nun ist aber klar: Die sechs Mitglieder der Schweizer Heilsarmee werden die Schweiz in Malmö vertreten. Am Samstagabend konnten sich die zwei Frauen und vier Männer mit ihrer Pop-Ballade «You and Me» gegen die anderen acht Schweizer Finalisten durchsetzen.

Die Heilsarmee ist die Kandidatur beim ESC von Anfang an entschlossen angegangen. Für die Produktion des Songs tat sie sich mit Roman Camenzinds Firma «HitMill» zusammen, die unter anderem auch Bligg produziert. Die Bandmitglieder wurden in einem internen Casting erkoren. Die Jüngste der Band ist 20-jährig, der Älteste, Kontrabassist Emil Ramsauer, 94.

ERFAHRENE FAVORITEN GESCHLAGEN
Die Heilsarmee setzte sich gegen Musiker mit bedeutend mehr Bühnenerfahrung durch. Unter die ersten drei - in Kreuzlingen wurden keine Rangfolge und keine Stimmzahlen bekannt gegeben - kam das welsche Duo Carrousel mit seinem Folk-Rock-Song «J'avais rendez-vous». Die Romands haben bereits zwei Alben publiziert und über 200 Konzerte gegeben.

Der Dritte in den Top-3 ist zwar jung, aber nicht unerfahren. Der 20-jährige Jesse Ritch aus dem bernischen Schönbühl wurde dieses Jahr durch seine Teilnahme bei «Deutschland sucht den Superstar» bekannt. Mit dem selbstgeschriebenen Song «Forever and a Day» galt er als einer der Favoriten für die Schweizer ESC-Ausscheidung.

EUROPA-BOARD STATT JURY
Im Gegensatz zum Vorjahr kam an der von Sven Epiney moderierten Live-Show in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen TG keine Jury zum Einsatz, sondern ein Europa-Board. Es war besetzt mit fünf Personen aus anderen europäischen Ländern, die aber in der Schweiz leben. Einzige Prominente im Board war die deutsche Komikerin Hella von Sinnen. Die Europäerinnen und Europäer sollten die Schweizer Darbietungen mit den Augen und Ohren ihrer Landsleute begutachten und bewerten. Das war zwar gut gemeint, das Resultat dann aber etwas zu brav. Zudem hatten die vier Nicht-Promis Mühe, neben der Stimmgewaltigen von Sinnen nicht unterzugehen.

Die beiden Halbfinals des Eurovision Song Contests 2013 finden am 14. und 16. Mai statt. Im Final am 18. Mai wird dann der Sieger gekürt. Beim ESC 2012 scheiterte das Tessiner Duo Sinplus im Halbfinal, gewonnen hat die Schwedin Loreen mit ihrem Hit-Song «Euphoria».

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