Olivia Wilde Die heimliche Heldin von Locarno

Es regnete in Strömen bei der Europapremiere von «Cowboys & Aliens» am Filmfestival in Locarno. Doch eine Person trotzte dem Hudelwetter besonders: Olivia Wilde. Die Schauspielerin kann ganz schön zäh sein, wenn's drauf ankommt. Das offenbarte sie auch im Gespräch mit SI online.

Westernfilme sind nur für harte Jungs? Von wegen! Olivia Wilde, 27, ist mit Cowboy-Streifen aufgewachsen. Und weil weibliche Heldinnen darin rar sind, hat sich der «Dr. House»-Star mit den Cowboys identifiziert. «Ich wollte Steve McQueen sein», sagt die Schauspielerin in ihrem Luganer Hotel zu SI online. Umso reizvoller sei es für sie gewesen, in «Cowboys & Aliens» neben Daniel Craig, 43, und Harrison Ford, 69, ein mutiges Cowgirl darzustellen. «Ella ist keine typische weibliche Rolle. Sie ist taff, trägt Pistole und galoppiert einhändig durch die Prärie. Sie verkörpert die moderne Frau.»

Genauso wie Wilde selbst. Deshalb würde sich die Schauspielerin auch nicht mit einer Rolle als Bond-Girl an der Seite von Craig begnügen. In einem 007-Film mitmachen würde sie zwar liebend gerne, wie sie sagt, aber «nur als James Bond».

Die dafür nötigen Helden-Qualitäten würde sie mitbringen, wie sie während der Dreharbeiten zu «Cowobys & Aliens» eindrücklich bewiesen hat. Während einer Reitszene ist sie einmal heftig vom Pferd gestürzt. Hinter ihr: 40 weitere Gäule, die auf sie zugaloppierten. «Ich dachte, ich würde totgetrampelt», schildert sie. Ein Schauspielkollege hinter ihr reagierte jedoch blitzschnell und stellte sein Pferd quer, um sie zu schützen. Verletzt hat sich Wilde dennoch. Erst konnte sie ihren linken Arm nicht mehr spüren und malte sich in ihren Gedanken schon die schlimmsten Szenarien aus. «‹Welche Berufe gibt es, die ich einarmig ausführen könnte?›, fragte ich mich.» Doch die wilde Wilde biss auf die Zähne. «Ich war entschlossen, nicht zu heulen. Schliesslich war ich die einzige Frau meilenweit.»

Stark sein musste sie auch am Wochenende am Filmfestival im Tessin. Schon als sie - gerade umgezogen und frisch geschminkt - mit dem Helikopter von Lugano nach Locarno geflogen wurde, nieselte es. Und eine Viertelstunde, bevor sie mit ihren zwei Schauspielkollegen vor das zahlreich erschienene Publikum auf die Piazza Grande treten musste, regnete es in Strömen. Doch Wilde liess sich nichts anmerken und überstrahlte das Hudelwetter in ihrem ärmellosen Kleid. Das sollte belohnt werden: Just in dem Moment, als das Trio auf die Bühne trat, war kaum ein Tropfen mehr spürbar. «Locarno ist das schönste Filmfestival der Welt», schwärmte die sympathische Schauspielerin.

 

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