Quartz 2012 Die Nacht der Überraschungen

Am Samstagabend heisst das Duell «Der Verdingbub» gegen «Eine wen iig, dr Dällebach Kari»: Beide sind in sechs Kategorien für den Schweizer Filmpreis 2012 nominiert. Doch ein strahlender Dritter schnappt ihnen den Quartz für «Bester Spielfilm» weg: «Summer Games».

Die Verleihung des diesjährigen Schweizer Filmpreis im KKL in Luzern war am Ende eine Überraschung. Was im Vorfeld nach einem grossen Duell zwischen «Der Verdingbub» und «Eine wen iig, dr Dällebach Kari» aussah, endete mit einem anderen Sieger. «Summer Games» von Rolando Colla gewinnt das Spiel und räumt in der Hauptkategorie «Bester Spielfilm» ab. Und nicht nur das: Das Werk war in drei Kategorien nominiert - und gewann in allen. Mit drei Quartz ist «Summer Games» der Sieger des Abends.

Immerhin, die sechsfach nominierten Filme «Der Verdingbub» und «Eine wen iig, dr Dällebach Kari» durften auch Preise nach Hause nehmen. Max Hubacher wird für seine Rolle im «Der Verdingbub» als bester Darsteller ausgezeichnet, «Annemarie» Carla Juri für ihre Rolle in Xavier Kollers Film. Die beiden jungen Schauspieler bedankten sich denn auch mit denselben ersten Siegesworten: «Merci vielmal!»

Beide sind sie Shootingstars. Bereits vor einem Jahr erhielt Carla Juri den Quartz für die beste Nebenrolle. Damals war auch Max Hubacher anwesend, der gerade mit «Die Stationspiraten» den Durchbruch hatte. Als Schweizer Shootingstar reiste er dieses Jahr an die Berlinale und soeben drehte er an der Seite von Hollywood-Grösse Jeremy Irons für den Film «Nachtzug nach Lissabon». «Es geht alles sehr schnell, aber ich verkrafte es noch», sagt Hubacher. «Und Filme sind ja nur ein Teil meines Lebens. Ich bin noch sehr jung und kämpfe auch mit anderen Dingen.»

Auf dem violetten Teppich gab es auch ein paar «Überraschungen»: So tauchte Regisseur Dani Levy mit einem Coop-Sack mit Brot, Fleisch und Bananen auf. «Als Verpflegung, da man scheinbar kein Geld für den Schweizer Film mehr hat. Heute gibt es erstmals ein Stehdinner», scherzt er halb ernst. Aber eigentlich benötige er das Essen für seine Rückkehr nach Berlin. «Ich mache es umgekehrt und importiere Schweizer Produkte nach Deutschland.»

Marco Solari, Präsident Filmfestival Locarno, erscheint mit einer sehr jungen Dame an seiner Seite. «Meine Enkelin Cielo begleitet mich erstmals an einen Anlass. Langsam will ich sie mit dieser Welt bekannt machen.» SP-Nationalrat Cédric Wermuth überrascht ebenfalls mit einer hübschen Frau als Begleitung. Erstmals erscheint er mit Freundin Anja an einem öffentlichen Event.

Schauspieler Leonardo Nigro und seine Freundin Mayumi Steiner kommen sogar zu dritt. Im Frühsommer werden sie erstmals Eltern. Auch hier ist ein Duell im Gange: «Wer den dickeren Bauch hat», sagt Nigro. Im Gegensatz zu seiner Freundin weiss er nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Überraschungen machen nicht nur den Schweizer Filmpreis spannender, sondern das Leben allgemein.

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