Worauf müssen sich Roger und Mirka einstellen? Doppeltes Glück - doppelte Arbeit

Was Roger und Mirka nun erwartet: Ein Neugeborenes bringt Eltern oft an ihre Grenzen. Was bedeutet es nun, zwei Kinder zu haben? Eltern und Zwillinge erzählen.

Alessia & Selina Arnold, 3 Monate
Die Armbändchen der beiden ­Mädchen glitzern silbern. Eingraviert: Alessia (links im Bild) und Selina. «Die brauchen wir für den Notfall, falls wir die Zwillinge einmal nicht auseinanderhalten können», sagt Mami Nicole Arnold, 24, aus Weiningen TG. Doch seit der Geburt am 23. April sei das noch nie passiert, erklärt Ehemann Thimo, 25, stolz. Als Nicole von ihrem Arzt erfährt, dass sie gleich zweifaches Mami wird, kommt sie weinend nach Hause. Nach dem ersten Schock machen sich die gelernte Masseurin und der Pöstler mit Freude an die Vorbereitungen, kaufen als Erstes einen Doppel-Kinderwagen. «Damit wird Einkaufen leider un­möglich – die Kassenschranke ist zu schmal», erzählt Nicole: «Und auch in den Bus komme ich damit nicht rein.» Nach der Geburt war die Mutter manchmal nah an der Verzweiflung. Vor allem in der Nacht, wenn die Mädchen abwechslungsweise nicht richtig tranken und schrien. Ans Schöppeln im Akkord hat sie sich mittlerweile gewöhnt. Ebenso an die fehlende Zweisamkeit mit ihrem Ehemann: «Schon beim Vorspann des Filmes hat die Erste der beiden Hunger. Und lang dauerts nicht, dann kommt auch schon die Zweite.»

Anna Livia & Lia Larissa Edelmann, 3
Sieben Wochen nach der Geburt ihrer zweieiigen Zwillingstöchter Anna (l.) und Lia war sie am Ende: mit dem Körper, mit den Nerven, mit dem ­Latein. Charlotte Edelmann, 41, aus Hausen am Albis ZH hatte einen Kreislaufzusammenbruch. «Ich hatte keine Ahnung, wie strapaziös alles sein würde.» Ihre Kinder wurden sechs Wochen zu früh per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. «Die Mädchen hatten versetzt Hunger. Das hiess für mich, das ich jede Stunde einem Kind den Schoppen geben musste. Ich war 24 Stunden im Einsatz.» Rückblickend gesehen waren die ersten anderthalb Jahre für Charlotte Edelmann «das Anstrengendste, was ich je in meinem Leben erlebt habe. Denn mein Mann Rolf und ich hatten keine Hilfe von aussen.» Sie kennt Ehepaare, die der Belastung mit Zwillingen nicht gewachsen waren und sich getrennt haben. «Aber ich wusste immer, sie werden grösser, es wird besser.» Anna und Lia sind heute 3, das Gröbste ist für Charlotte vorüber. «Ich liebe meine Mäuse über alles – geniesse mein doppeltes Glück.» Ihr Tipp: «Manchmal nur mit einem Kind allein etwas unternehmen, so fühlen sie sich immer als Individuum.»

Ella & Jil Krippendorf, 10
Ihr Berufswunsch scheint der einzige Unterschied zwischen den eineiigen Zwillingen zu sein: Ella (links im Bild) will Tierpflegerin werden, Jil Primaballerina. «Meine Mädchen sind sehr ähnlich. Sie schlafen sogar im gleichen Bett», sagt Mutter Bettina Krippendorf, 38, aus Bern. Jil und Ella sind eigentlich Drillinge – ihr Bruder Yoshi entsprang aber einer zweiten Eizelle und gleicht seinen Schwestern kaum. Mit der Pubertät beginnen sich nun auch Jil und Ella optisch voneinander abzugrenzen. «Ich mag weisse Kleider, Ella zieht sich lieber grau oder schwarz an», erklärt Jil. Klar belasten Mehrlinge die Eltern zusätzlich, meint Mama Bettina. Aber sie sieht auch Vorteile: «Zwillinge haben einander. Wenn der gröbste Windeln-Stress vorbei ist, können die Eltern ihre Beziehung mehr pflegen. Und das ist auch nötig.» Papa Marc, 45, war früher Tennis-National-Coach und kennt das Ehepaar ­Federer persönlich: «Wir wünschen Roger und Mirka alles Gute! Und wenn ihre Zwillinge grösser sind, spielen sie vielleicht mal ein Doppel gegen unsere Mädchen.»

Fabienne & Kathrin Kropf, 24, sie gleichen sich aufs Haar. Woran kann man Sie unterscheiden?
Kathrin (rechts im Bild): Wir finden, dass wir total unterschiedlich aussehen!
Fabienne: Ich habe ein kleines Muttermal am Hals.
Werden Sie oft verwechselt?

Fabienne: In der Schule, ja. Das nutzten ­wir aus: Ich schrieb einmal eine Deutsch-Prüfung für Kathrin. Und sie sprang in Mathematik für mich ein.
Kathrin: Es gibt auch heute noch Verwechslungen. Seit Fabienne 2005 zur Miss Bern gekürt wurde, bitten mich oft wildfremde Leute um ein Autogramm.
Fabienne, Sie sind Studentin und Model. Sie, Kathrin, Juristin: Unterschiedlicher gehts kaum.

Kathrin: Mama und Papa förderten uns von Anfang an als eigenständige Personen.
Fabienne: Wir hatten getrennte Kinder­zimmer und eigene Spielsachen. Kathrin durfte meinen Plüschhund nicht anfassen, dafür war ihr Fussball für mich tabu.
Haben Sie sich je in denselben Mann verliebt?
Kathrin: Bei Männern haben wir zum Glück überhaupt nicht den gleichen Geschmack.
Was verbindet Sie?
Fabienne: Eine unbeschreibliche Liebe und die Sicherheit, nie allein zu sein. Ich spüre, wenn Kathrin traurig ist, dann leide ich mit.
Kathrin: Und wenn wir uns ein paar Tage nicht sehen, vermissen wir uns sehr.
Was empfehlen Sie Mirka und Roger Federer bei der Erziehung ihrer Zwillinge?
Fabienne: Dass sie sich für jedes Mädchen auch mal einzeln Zeit nehmen. Ich habe meine «Mami-Nachmittage» immer sehr genossen.

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