«MusicStar»-Küken Gioia Gerber Eine Lawine losgetreten

Ihr Rausschmiss wurde zum Skandal. «MusicStar»-Küken Gioia Gerber verzog sich mit ihren Liebsten ins Engadin. Und lacht schon wieder.
Bye-bye, «MusicStar»: Gioia Gerber mit Schatz Igor Schneider und Hund Luna in Ftan beim Schlitteln.
Bye-bye, «MusicStar»: Gioia Gerber mit Schatz Igor Schneider und Hund Luna in Ftan beim Schlitteln.

«Hüt isch min Tag», singen die zwölf MusicStars derzeit auf Platz 9 der Schweizer Hitparade. Der 22. Februar war nicht Gioia ­Gerbers Tag. Bis dahin als Favoritin gehandelt, flog die 16-Jährige mit der gewaltigen Stimme aus der Casting-Show – und löste damit eine kleine Lawine aus.

Noch während sie unter Tränen ihre Freunde und Konkurrenten umarmte, stapfte der Juror – und erklärte Gioia-Fan – Gölä wütend aus dem Saal. Zwei Tage später verliess er gar die «MusicStar»-Jury. Seine Begründung: «Ich begreife nicht, dass gute Stimmen rausfliegen können. Das nervt.» Es folgt ein deutliches Statement der verblie­benen acht MusicStars («Gölä ist pubertär») und eine Flut von E-Mails an die Kandidaten.

Die Auslöserin dieses Tumults flieht mit Freund und Familie ins
beschauliche Ftan im Engadin. Und schaut dem Ganzen erstaunt zu: «Ich hab doch gar nichts gemacht.» Dass ihre MusicStar-Kollegen ihr das begehrte Friendship-Ticket verweigerten, nimmt Gioia ihnen nicht übel.

**WERBUNG**

Und auch die Frage, warum so wenige Leute für sie anriefen, kommentiert die Schülerin aus Oberwil BL pragmatisch: «In Basel waren Fasnacht und ein FCB-Match. Die Basler blieben nicht daheim, um für mich zu stimmen. Vielleicht aber war mein Auftritt halt einfach nicht gut genug.»

Traurig ist Gioia nicht. Im Gegenteil: Endlich ihre Liebsten wieder in die Arme schliessen zu können entschädigt für vieles. «Und endlich richtig schlafen! In der ­MusicStar-WG reichte es höchstens für fünf Stunden pro Nacht.»

Richtig froh darüber, dass ihre Gioia wieder bei ihnen ist, sind ihr Mami ­Anath Eichenwald, 45, und Gioias Schatz Igor. «Klar hab ich mich gefreut, dass sie bei ‹MusicStar› so weit kam», sagt der 18-jährige Gymnasiast. «Doch dass sie wieder hier ist, freut mich fast noch mehr!»

«Für Gioia war ‹MusicStar› eine gute Erfahrung», meint ihre Mutter. «Und das, was jetzt nach ihrem Ausscheiden passiert, ist ein kleiner Einblick für sie, wie es im Showgeschäft laufen kann. Da wird Unterhaltung gemacht – vielleicht ein bisschen auf Kosten meiner Tochter. Aber ich bin mir sicher, dass sie das unbeschadet überstehen wird.»

Gioia selbst scheint tatsächlich vieles lockerer zu nehmen als einige ihrer ehemaligen Konkurrenten. Und auch als stinkige Juroren. «Ich wusste von Anfang an, dass ich abgewählt werden kann. Das gehört dazu und ich kann damit leben.»

Schliesslich wird sie auch im friedlichen – oder, wie Gioia sagt, «chilligen» – Ftan an jeder Strassenecke erkannt, gibt Autogramme auf Post­karten und Servietten. «Das liegt bestimmt an meiner Mütze», meint sie lachend. Die selbst gestrickte, bunte Kappe ist ihr Markenzeichen geworden. «Geplant habe ich das nicht.»

Genau wie ihren Abgang, der so viel auslöste in einer Sendung, in der zuvor nicht viel Aufregendes passierte. Ob das für eine Karriere im Musik­geschäft hilfreich ist oder nicht, wird sich zeigen.

Nächste Woche gehts erst mal zurück zur Schule. Ihr stimmliches Talent stellt sie wieder in den Dienst der beiden Bands und der zwei Chöre, in denen sie singt. Die Freizeit gehört der Familie, dem Schatz, den Freunden, dem Hund. «Aber abgeneigt wäre ich nicht, wenn ein Angebot für einen Plattenvertrag käme …»

Wer weiss – vielleicht schaut Gioia Gerber ja irgendwann zurück
auf diesen 22. Februar und kann sagen: «Irgendwie war das doch
‹min Tag›!»


Auch interessant