Claudia Weber Eine TV-Lady für alle Fälle

Für die SF-Sommersendung «Fernweh» erkundet Claudia Weber Osttirol. Eine Wanderung mit Tücken - und einem Lama, das ihrem langjährigen Freund Konkurrenz macht.

Blau leuchtet nur ihre Jacke. Der Himmel hingegen tut sich schwer - doch das Alpenpanorama von Kals in Osttirol entschädigt für die kühlen Temperaturen und den Nieselregen. «Wenn man gut ausgerüstet ist, spielt das Wetter keine Rolle», sagt «Schweiz aktuell»-Aushängeschild Claudia Weber, 32.

Sie ist eine von sieben SF-Moderatoren, die für die Sommersendung «Fernweh» den Alpenkamm erkunden. Dass sie in Österreich zum Einsatz kommt, freut die Bernerin: «Privat war ich zum Wellnessen in Tirol. Innsbruck und Wien kenne ich auch. Ausserdem liebe ich die deftige österreichische Küche.»

Den Kaiserschmarrn muss sich Claudia verdienen. Vier Stunden wandert sie von Kals bis zum Nachtlager, dem Kalser Tauernhaus auf 1755 Metern über Meer. Begleitet wird sie von zwei Kameramännern - und fünf Lamas. Lamas in Tirol? «Ja freilich», wie Lama-Peter bestätigt.

Der gebürtige Kalser bietet seine Tiere für Trekkings an und weist Claudia in die Geheimnisse der Kontaktaufnahme mit Lamas ein: sich in die Augen schauen («Aber nicht zu tief, sonst verliebst du dich»), die Leine straff halten - und ganz wichtig: rechts vom Lama gehen.

Leichter gesagt als getan: In einem unachtsamen Moment steht Claudia links, worauf Lama Guy sie prompt abdrängt. Im letzten Moment rettet sich die attraktive Moderatorin mit den «schönen braunen Guckerle», wie Lama-Peter von Claudias Augen schwärmt. Und muss während der Wanderung dafür sorgen, dass Guy nicht ständig stehen bleibt und frisst. «Lama-Peter sagte mir, ich sei der Chef und müsse Guy zeigen, wo ‹dä Bartli dä Moscht holt›.»

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Trotz Anfangsschwierigkeiten hat das Lama längst ihr Herz erobert. Wobei dieses bereits ihrem langjährigen Freund gehört. Er lebt in Bern, Claudia in Zürich. «Die Fernbeziehung bereitet uns keine Mühe, Bern und Zürich liegen ja nur eine Zugstunde entfernt», sagt Claudia.
Dank ihrem Freund steht sie seit Ende 2006 für «Schweiz aktuell» vor der Kamera.

Er hat die Bewerbungsfotos von Claudia geschossen. «Ich finde ‹Schweiz aktuell› das interessanteste Sendegefäss, deshalb kann ich sagen, dass ich hier noch lange arbeiten werde.» Auch Redaktionsleiter Daniel Pünter schwärmt von Claudia: «Sie verfügt über das nicht erlernbare Talent, die Zuschauer direkt zu erreichen, so als existierte keine Mattscheibe zwischen ihr und dem Publikum.»

Abends gibts in der Hütte ein Ständchen für die Schweizerin. Nach einer deftigen Portion «Gröstl» mit Spiegelei und einigen Schnäpsen stimmen Lama-Peter, Maria «Moidl» und Anni Heimatlieder an. Die Damen gehören zum «Kalser Stubenfliegen»-Chor. Claudia singt munter mit, obwohl sie vom langen Drehtag geschafft ist: «Ich finde es schön, wenn man sich für mich Mühe gibt. Klar mache ich dann mit.»

Am folgenden Morgen zeigt sich der 3798 Meter hohe Berg Grossglockner vom Nebel verhüllt. Daher fällt der Dreh bei Sonnenaufgang weg. Dennoch ist Claudia früh auf und schäkert bereits mit Guy. Bis am späten Nachmittag ist alles im Kasten. Auf der Rückfahrt erzählt die TV-Lady, dass sie in ihrer Freizeit mehrmals wöchentlich Tennis spielt. Am liebsten guckt sie jedoch Serien – «Fringe» oder «Prison Break». Sie gehören zu ihrem Morgenritual: ausgedehnt zmörgele und fernsehen. «Dabei schalte ich wunderbar ab.»

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