Hansjörg Enz - In Afrika! «Eine Weile hatte ich Schiss»

Der Ex-«Tagesschau»-Mann Hansjörg Enz, 58, in Bukavu, Kongo. SF 1 zeigt ab 4. 9. den Auswanderer-Dokfilm «Auf und davon».
Der Ex-«Tagesschau»-Mann Hansjörg Enz, 58, in Bukavu, Kongo. SF 1 zeigt ab 4. 9. den Auswanderer-Dokfilm «Auf und davon».

Herr Enz, Sie bilden seit Mai 2008 Radiojournalisten im Kongo aus. Wie sicher fühlen Sie sich?
In den ersten drei Monaten wurde ich viermal beklaut. Als auch noch ein Stein gegen mein Auto flog und 10 Zentimeter neben meinem Kopf einschlug, hatte ich richtig Schiss. Mittlerweile fühle ich mich einigermassen sicher. Mein Haus mit Stacheldraht wird Tag und Nacht bewacht.

Wie erleben Sie die Arbeit mit Ihren Schützlingen?
Der Stand des Journalismus ist auf tiefem Niveau, deshalb macht man rasch Fortschritte. Doch auch junge Kollegen glauben, dass der Mann der Frau befehlen muss. Aberglaube ist weit verbreitet, Frauen werden als Hexen umgebracht, Albinos ermordet, um ihre Körperteile zu verkaufen.

Sehnen Sie sich oft nach Ihrer Familie?
Dank Internet kommuniziere ich viel mit meiner Frau. Selbst mit meinem 87-jährigen Vater skype ich.

Ihr Einsatz dauert zwei Jahre. Das Fazit bis jetzt?
Ich erfülle mir hier den wohl letzten Berufswunsch in einem Feld, von dem ich was verstehe. In meinem Alter ist es eine Riesenchance, eine solche Herausforderung anpacken zu dürfen.

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