ESC 2013 Empfang: Ein Riese, Bonnie Tyler - und Emil

Am Sonntagabend trafen alle ESC-Teilnehmer auf dem Roten Teppich aufeinander. Zwar gibt es dieses Mal nicht viele ausgeflippte Künstler, dafür umso aussergewöhnlichere.

39 Länder, die über den Roten Teppich laufen? Ja, das braucht Zeit. Am Sonntagabend waren sie alle zum offiziellen Empfang des Eurovision Song Contests in die Malmö-Oper geladen. Auf der einen Seite warten die Fans, auf der anderen Seite die Presse. Extra gepflanzte Blumen mit kleinen Schmetterlingen zieren den Teppich. Heute soll erstmals das Gefühl des diesjährigen Mottos «We are one» spürbar werden.

Erste Euphorie kommt gleich mit Loreen auf. Die Vorjahressiegerin brachte schliesslich den Eurovision Song Contest nach Schweden - bereits zum fünften Mal. Vor ihr hat das unter anderem die legendäre Band Abba geschafft.

Farid Mammadov aus Aserbajdschan trägt die zwei Wörter «Mamma Mia» auf dem T-Shirt. Doppelt clever, denn einerseits ist Muttertag, andererseits ehrt er damit Abba aus dem Gastgeberland. «Ich liebe die Gruppe einfach», so Farid gegenüber SI online.

Lieben - dieses Wort ist am europäischen Komponisten-Wettbewerb oft zu hören. Martin Phillips und sein Mann Darron Copeland sind schon zum achten Mal aus den USA angereist, um vor Ort dabei zu sein. Immer in selbstgemachten speziellen Outfits. «Ich bin ursprünglich aus Wales, wie Bonnie Tyler», so Phillips. Aus Hongkong ist auch das Ehepaar Frost-Golden angereist. Zum neunten Mal verfolgen sie für Gay Star News den Event. «Es ist besser als Weihnachten. Oder der ESC ist das Weihnachten der Schwulen», sagt Richard Frost. Er kann jedes Lied mitsingen, weiss alle Interpreten auswendig. «Wir fanden damals DJ Bobo toll und auch Lovebugs», sagt Stephen Golden. «Den Song von Takasa mögen wir ebenfalls. Er ist sehr eingängig.»

Auch dieses Jahr sind australische Medien vor Ort. «Unser Land liebt diesen Wettbewerb, weil viele Europäer bei uns leben», erklärt Frances Anio Aquira von SBS TV Australia. Jedes Jahr veranstalten sie eine inoffizielle Abstimmung. «Die beiden vergangenen Jahre hatten wir die selben Sieger. Dieses Jahr liegt Dänemark noch an der Spitze.»

Vor der Schweiz tritt direkt Georgien an. «Es ist für uns beide gut, dass wir uns im Musikstil unterscheiden», sagen Nodi Tatishvili und Sophie Gelovani. «Eg a lif» des Isländers Eythor Ingi kämpft ebenfalls im zweiten Halbfinale vom 16. Mai gegen Takasa an. «Ähm Takasa... Sorry, war in den vergangenen Tagen sehr beschäftigt und habe sie mir noch nicht angehört.»

Für Stimmen gesorgt hätte vielleicht Österreich, doch Natalia Kelly ist nicht im selben Halbfinale. Schweiz und Österreich können nicht füreinander voten. «Das ist schade. Ich habe sie schon in Amsterdam kennengelernt. Es war toll, mit Emil zu reden», sagt die jüngste Teilnehmerin über den ältesten Teilnehmer. Unser grosser Nachbar Deutschland steht bereits im Finale. «Ich bin froh, muss ich vorher nicht antreten», gesteht Nathalie Horler von Casada. «Es wäre aber trotzdem toll, wenn wir uns unterstützen. Bisher klappt es doch ganz gut.»

Als Nummer 36 von 39 Ländern dürfen schliesslich Takasa den Roten Teppich betreten. Ihr Song «You and me» wird eingespielt. Auch ihr Lied singen die warteten Menschen bereits mit. «Es ist noch lustig hier auf dem Teppich», sagt Emil. Gitarrist Jonas findets sogar «flauschig». Christoph Jakob: «Nach dem Swiss Award im Hallenstadion sind wir es ja beinahe schon gewohnt.» Die beiden Takasa-Frauen Sarah Breiter und Katharina Hauri tragen für einmal ein Abendkleid von Modissa.

Doch mit etwas können auch sie nicht mithalten. Am längsten bleibt Krista Siegfrids auf dem Roten Teppich - im Hochzeitskleid. Die Finnin weiss, sich zu inszenieren und singt immer wieder den Refrain ihres Songs «Marry Me»: «Oh oh oh Ding Dong». Die grösste Aufmerksamkeit erhält aber weder eine sexy Sängerin, noch ein schrill gekleideter Sänger. Beeindruckt sind alle, als Igor Vovkovinskiy den Teppich betrifft. Der Ukrainer, der in den USA lebt, misst 2.35 Meter und überragt alle. Im ersten Halbfinale vom 14. Mai wird er die ukrainische Sängerin Zlata Ognevich auf die Bühne tragen.

Alle buhlen irgendwie um Aufmerksamkeit, doch wer gewinnt, wird erst am Samstag 18. Mai feststehen. 

Sehen Sie in der SI-online-Galerie die Bilder vom ESC-Empfang.

1. ESC-Halbfinale: Dienstag, 14. Mai, ab 21 Uhr auf SRF 2
2. ESC-Halbfinale (mit Takasa): Donnerstag, 16. Mai, ab 21 Uhr auf SRF 2
Finale: Samstag, 18. Mai, ab 21 Uhr auf SRF 2

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