Entdeckt Rozbub erobert die Schweiz

Eine Luzerner Band geht den steilen Weg nach oben. Sie haben den Namen «Rozbub» noch nie gehört? Dies dürfte sich aber bald ändern!
Rozbub, die aufstrebenede Schweizer Band
© zvg

Sie sind zu dritt, musikalisch auf einer Wellenlänge und überraschen ganz Europa mit einem Gemisch aus Blues, rockigen Hendrix-Riffs und Mundarttexten. Manuel Bissig, 26, Simon Gautsch, 28 und Lukas Kurmann, 28, die Jungs von Rozbub aus Luzern, haben sich für die Musik entschieden. Voll und ganz. Und genau dies scheint die richtige Einstellung zu sein, um es nach oben zu schaffen. Dazu natürlich noch Musik, die überrascht - und eine kleine Portion Glück.

Die hatte das Trio während eines Showcases in Zürich. Der Tourmanager der Band Karma To Burn war an diesem Abend anwesend, hörte sich den Sound des Trios an und war sofort Feuer und Flamme. Er lud die Band kurzerhand ein, sie während ihrer Europatournee zu supporten. Einen Monat lang spielten sie sich durch unseren Kontinenten. Und das war erst der Anfang! Manu, Simon und Lukas wollen es jetzt wissen: Bald geht es nach Los Angeles. SI online hat mit Bassist Lukas Kurmann über den erfolgreichen Karrierestart gesprochen.

SI online: Vor zwei Jahren entstanden die ersten Songideen für Rozbub, und im Januar konnten Sie bereits auf Europatournee!
Lukas Kurmann: Ja, das war unglaublich. Einen Monat lang sind wir im Tour-Car mitgereist und haben jeden Abend in einer anderen Stadt gespielt.

Konnten Sie denn so einfach weg?
Bei mir wars kein Problem, ich hatte Semesterferien. Bei Manu wars schon schwieriger. Er arbeitet als Festangestellter im Verkauf. Da kommt es nicht gut an, wenn man mal so spontan einen Monat verschwinden will.

Zum Glück hat es ja dann geklappt. Wie kam denn die Mundartmusik im Ausland an?
Es ist lustig, aber die Mundart-Texte haben voll funktioniert. Erst dachten wir, das würde nie gehen. Aber wir wurden eines Besseren belehrt. Die Musik ist bei uns sowieso mehr im Zentrum als die Lyrics. Zudem ist es ja auch in der Schweiz so, dass wir uns Musik mit fremdsprachigen Texten anhören. Da wundert sich auch niemand.

Video von ihrem Konzert in Athen:

Die Texte sind bei Rozbub also nicht so wichtig?
Doch sicher, aber man muss sie nicht zwingend verstehen, um die Musik verstehen zu können.

Wovon handeln die Songs denn?
Von Themen, die Manu während der Zeit des Schreibens beschäftigt haben. Es ist auch eine Menge Sex, Drugs & Rock'n'Roll drin.

Gutes Stichwort: Wie sieht es mit Groupies und Feiern aus?
Das Leben auf Tour ist wirklich ein Genuss. Aber auch wenn noch so spektakulär ist, teilweise kann es auch ganz schön anstrengend und nervenaufreibend sein. Man lernt jemanden kennen, kommt sich vielleicht sogar näher, dann kommt der Tourmanager und sagt: «Hopp, in einer Stunde fahren wir weiter.» Da kann man nicht wild rumfeiern. Aber wir wollen uns ja auch in erster Linie auf die Musik konzentrieren.

Ist das auch der Grund, Ihre Band so erfolgreich ist?
Absolut! Wir wissen, was wir wollen. Musik machen. Und das ist unser Erfolgsrezept. Ich denke, dass man unsere Leidenschaft spüren kann.

Ist das denn bei anderen Bands in der Schweiz nicht auch so?
Doch sicherlich. Die Schweizer sind aber oft Strategen, die sehr schnell auch an die Sicherheit denken und daher zurückhaltender sind. Seit wir auf dieser Europatournee waren, wissen wir, dass man die Dinge einfach anpacken muss, egal, wie verrückt sie im ersten Moment erscheinen.

Nun erscheint am 27. September die erste CD «S'esch Ziit». Wofür ist es denn Zeit?
Es ist Zeit für Rozbub - Zeit, dass das Album erscheint. Endlich kommt die Platte raus, an der wir so lange gearbeitet haben.

Und der nächste Schritt ist Amerika?
Genau! Wir spielen nächstes Jahr ein Showcase und einige Konzerte in Los Angeles. Aber wir werden die Schweiz trotzdem nicht hinter uns lassen. Ein grosses Ziel ist es, bald ins Programm von grossen Schweizer Festivals aufgenommen zu werden und natürlich auch im nahen und fernenf Ausland. Wir werden sehen, was passiert. Wir sind überwältigt, wie es momentan für uns läuft.

Rozbub wird am Samstagabend, 14. September 2013, um 20.03 Uhr, auf SRF im «CH-Special» vorgestellt.

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