Roger Schawinski Er schiesst scharf gegen Harald Schmidt

Obwohl die beiden eine gemeinsame Vergangenheit haben, lässt Roger Schawinski kaum ein gutes Haar an Harald Schmidt. Der Talkmaster sei geldgeil, parasitär und unverfroren. Eine hämische Wortwahl, die der früheren Sat.1-Chef damit vom Stapel lässt. Und es scheint fast so, als stecke mehr hinter den Worten des Medienunternehmers. Nämlich: gekränkte Eitelkeit.
Roger Schawinski war von 2003 bis 2006 Geschäftsführer von Sat.1. Ein Grund für Harald Schmidt (r.), seinen Vertrag mit dem Privatsender zu kündigen.
© Dukas/SRF Roger Schawinski war von 2003 bis 2006 Geschäftsführer von Sat.1. Ein Grund für Harald Schmidt (r.), seinen Vertrag mit dem Privatsender zu kündigen.

Hat Roger Schawinski, 66, auf diesen Moment gewartet? Kurz nach dem Aus der «Harald Schmidt Show» lästert der ehemalige Chef des Senders Sat.1 im Zürcher «Tages-Anzeiger» über Talkmaster Harald Schmidt. Nicht ganz unbefangen, wenn man die damalige Situation der beiden Alphatierchen beachtet.

Für Schawinski war ein Ende der Schmidt-Ära vorauszusehen. Natürlich sei der Talkmaster ein einmaliges Talent, sagt er. «Was man darob leicht vergisst: Es brauchte fast vier Jahre, bis er Kult wurde bei Sat.1 und die Quote stimmte.» Dass Schmidt dann - kurz bevor Schawinski Chef des Senders wurde - seinen Vertrag in letzter Minute gekündigt hat, hat ihm der Medienunternehmer offenbar bis heute nicht verziehen.

Was dann nämlich passierte, ist bekannt: Ersatz musste her und Schawinskis Versuch, mit Anke Engelke einen Ersatz für Harald Schmidt aufzubauen, scheiterte kläglich.

Dass Schmidt nach seinem Engagement bei der ARD (und nachdem Schawinski wieder in der Schweiz war) wieder bei Sat.1 anheuerte, habe Schawinski überrascht. Denn immerhin habe Schmidt den Sender als «Unterschichtenfernsehen» bezeichnet. «Da braucht es schon eine gehörige Portion Unverfrorenheit, zurückzukehren und nochmals im grossen Stil abzukassieren.» Weiter glaubt er, dass Schmidt die Absetzung seiner Show einkalkuliert und sich gewundert hat, wie lange man noch zuschaut. Und dass das Aus Schmidt garantiert schmerzt, da er noch vor seinem Kollegen Thomas Gottschalk über den Äther springen musste. Zumal sich Schmidt ja öffentlich über dessen schlechte Quote in der ARD lustig gemacht hat. Bei beiden Moderatoren ginge es nämlich darum, wer mehr Geld mache. «Die sind ziemlich geldgeil», sagt Schawinski.

Wie es mit der 54-jährigen Talk-Ikone weitergeht, steht noch in den Sternen. Late Night und Harald Schmidt sei endgültig Geschichte, poltert Roger Schawinkski auf Stern.de. Es bliebe lediglich die Theaterbühne oder das «Traumschiff» im ZDF, mit dem Schmidt locker in seinen Karriereabend schippern könnte.

Der Gefeuerte selbst weiss noch nicht viel, aber eines ganz genau: ZDFneo wird niemals sein Arbeitgeber werden. «Das ist ein Sender für arbeitslose Spätpubertierende, die den Kapitalismus nicht begriffen haben.»

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