Mercedes SLS AMG Fahren mit Flügeln

Der Mercedes 300 SL faszinierte die Autowelt mit seinen Flügeltüren. Genau 55 Jahre später startet sein Nachfolger Mercedes SLS AMG – auch mit Flügeltüren und nicht ­minder elektrisierend.
Fahren mit Flügeln
Fahren mit Flügeln

Das Design des legendären Mer­cedes 300 SL mit den nach oben schwingenden Türen gilt auch nach über fünf Jahrzehnten noch als Jahrhundert-Wurf. Nicht weniger ­revolutionär die Technik: Gitterrohr­rahmen-Chassis und ein 215 PS starker Drei­litermotor mit sechs Zylindern, Benzin-Direkteinspritzung und ­Trockensumpfschmierung. Dieser machte den Silberpfeil bis zu 260 km/h schnell. Ein Tempo, bei dem der moderne Flügeltürer der Mercedes-Sport­tochter AMG erst richtig warm wird.

In einem halben Jahrhundert Autobau haben sich die Massstäbe verschoben. So wird der SLS durch einen 6,2 Liter grossen V8-Saugmotor angetrieben. Dieser leistet 571 PS und ermöglicht in 3,8 Sekunden den Spurt auf Tempo 100 sowie eine Spitze von 317 km/h.

Bei der Herausforderung, den ­Nachfolger einer Ikone zu gestalten, haben Mercedes und AMG viel Fingerspitzengefühl bewiesen. So interpretiert der moderne Zweisitzer zwar das ­Original von 1954, ist aber dennoch kein Retro-Auto. Die breite Schnauze mit der auffälligen Querlamelle und dem ­grossen Stern, die lange Haube und der runde Hintern erinnern deutlich an den Ur-Flügeltürer.

Dazu kommen beim SLS aber moderne Elemente wie schmale Scheinwerfer mit Tagfahrlicht-LEDs und ein ab Tempo 120 ausfahrender Heckspoiler. Elektronische Fahrhilfen wie ESP, Bremsassistent oder automa­tisiertes Doppelkupplungsgetriebe machen SLS-Fahren zum Kinderspiel. Und Komfortelemente wie Navigationssystem, Klimaautomatik, Parktronic oder heizbare Ledersitze sind nicht mit der spartanischen Ausrüstung des Ur­ahnen zu vergleichen.

Dies gilt erfreulicherweise auch für den Preis. Die 280 000 Franken für den SLS mögen happig erscheinen. Doch für einen gepflegten 300 SL wird heute das Dreifache verlangt.


Auch interessant