Hans Erni «Feiern? Ich male lieber»

Der Jahrhundert-Maler Hans Erni arbeitet besessen an seinem Lebenswerk. Tag und Nacht. Der 21. Februar ist für ihn nichts Besonderes.
Hans Erni hat sich längst mit der Vergangenheit versöhnt.
Hans Erni hat sich längst mit der Vergangenheit versöhnt.

Der Hausherr höchstpersönlich öffnet die Türe zu seinem modernen Reich. «Doris ist gerade nebenan im Lager», sagt Hans Erni entschuldigend und bittet in die gute Stube. Auf dem Tisch liegen die ersten Glückwunschkarten mit der magischen Zahl 100.

Kommenden Samstag feiert der Maler, Grafiker und Bildhauer Geburtstag – mit grossem Bahnhof im Verkehrshaus in Luzern (Ehrengast ist alt Bundesrätin Ruth Dreifuss).

«Der Mensch wird nackt geboren. Und stirbt nackt. So ist er echt»

Und mit einer neuen Ausstellung im 1979 von ihm erbauten Hans Erni Museum. Sie dauert ein Jahr und trägt den Titel «Begegnungen». «Mir wärs lieber, der Rummel wäre schon vorbei», meint der Luzerner und bittet rasch ins Atelier. «Eigentlich möchte ich lieber malen statt feiern.»

Während sich seine Frau Doris um die gesellschaftlichen Vorbereitungen kümmert, sitzt der Jahrhundertkünstler jeden Tag bis zu zehn Stunden an seinem übervollen Arbeitstisch und lässt den Pinsel übers Papier gleiten. Hoch­konzentriert und mit bewundernswert ruhiger Hand. Wer sich umschaut, staunt: So viele Bilder sind erst ein, zwei Tage alt!

Eines steht fest: Hans Erni ist der jüngste Hundertjährige der Schweiz – zumindest im Kopf und im Herzen.

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