Flamencos en route Flamenco im Blut

Brigitta Luisa Merki ist Gründerin der Badener Tanzcompagnie Flamencos en route. Zum 25. Geburtstag wird das neue Stück «caleidoscopio» aufgeführt.
Flamenco im Blut
Flamenco im Blut

Eigentlich wollte Brigitta Luisa Merki Schauspielerin werden. Sie nahm Privatunterricht in Sprech- und Rollenstudium und entdeckte die Bühne. Dann aber, während eines Flamencokurses der legendären spanischen Choreografin und Tänzerin Susana am Zürcher Opernhaus, war es um sie geschehen: Der Flamenco liess sie nicht mehr los. «Ich spürte, dass diese Ausdrucksform meinem Naturell entsprach. Als Flamenco-Tänzerin ist man auch Teil der Musik, man gestaltet sie mit den Fussrhythmen sogar mit.»

1984 gründet die Badenerin ihre eigene Tanzcompagnie Flamencos en route. Der Name ist Programm. Im geräumigen Atelier in Baden werden die Produktionen erarbeitet, dann geht es hinaus in die weite Welt. Während der Proben und der Auftritte im Inland wohnen die Künstler, meistens aus aller Herren Länder, alle zusammen.

Zum 25-Jahr-Jubiläum werden zwei Stücke uraufgeführt: «FlorEscencia» im Herbst im Theater Winterthur und «caleidoscopio» im Mai und Juni in der schönen Klosterkirche Königsfelden in Windisch. Letzteres ist die zweite Kreation des Tanzzyklus «Tanz&Kunst Königsfelden».

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Ein Vers aus dem Hohelied Salomons hat die Choreografin zu «caleidoscopio» inspiriert: «Die du in den Gärten weilest, lass mich deine Stimme hören!» Das Bild der Gärten verfolgt Merki. Ihre Künstlerfreundin Gillian White kreiert ihr sechs grossformatige Metallskulpturen dazu. So komponiert die Künstlerin mit sechs Tanzenden, sechs Musikern und den Werken Gillians immer wieder neue Bilder. Fragmente verwunschener ­Gärten, die vor den Augen der Zuschauer aufblitzen. Wie in einem Kaleidoskop.

«Flamenco wird oft mit Folklore verwechselt. Doch Folklore ist ein Kulturgut, das fest an einen Ort gebunden ist», erklärt die Hans-Reinhart-Ring-Preisträgerin (2004) und schaut auf die Limmat, die grün und wasserreich vor den Fenstern des Ateliers vorbeifliesst. «Flamenco ist hingegen eine Kunstform, die sich ständig erneuert und weiterentwickelt.»

Brigitta Luisa Merki kennt keine Trennung zwischen Privatem und Beruf. Ihr langjähriger Lebenspartner Peter Hartmeier, den sie vor vier Jahren geheiratet hat, ­kümmert sich um Finanzen, technische Be­lange und Produktion. Das Paar ist seit dreissig Jahren zusammen en route. Der Weg ist das Ziel. Hoffentlich noch lange.

Flamencos en route
Klosterkirche Königsfelden, Windisch AG
Vom 22. 5. bis 14. 6. Mittwoch – Sonntag 21 Uhr

Kunstmuseum Olten SO
«Gillian White – Tanz in Eisen»
Bis 21. 6. Dienstag – Freitag 14–17
Donnerstag bis 19, Samstag / Sonntag ab 10 Uhr


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