Whitney Toyloy trifft Marion Stutz im Missen-Camp «Fremdenfeindliche Angriffe lassen mich kalt»

Whitney Toyloy war zu Besuch im Missencamp in Montreux. Schweizer Illustrierte hat die amtierende Miss Schweiz mit Kandidatin Marion Stutz zusammengebracht und mit ihr über die rechtsradikalen Angriffe und die «typische Schweizerin» gesprochen.
Whitney Toyloy (l.) und Marion Stutz beim Gespräch.
Whitney Toyloy (l.) und Marion Stutz beim Gespräch.

Frau Toyloy, Sie schauen so traurig auf die Gruppe der Kandidatinnen. Was geht Ihnen durch den Kopf?
Whitney Toyloy: Es macht mich wehmütig, die 16 Mädchen zu sehen. Das erinnert mich: ich habe nur noch drei Monate vor mir. Die Zeit als Miss Schweiz, ist die Schönste in meinem Leben. Wenn ich im September die Krone abgebe, muss ich sicher weinen. Das gibt’s doch gar nicht – ich bin erst 19 Jahre alt und schon ein Vorbild für die Kandidatinnen! Sie kommen zu mir, wollen meine Telefonnummer und Rat.

Die Kandidatin Marion Stutz ist in den letzten Tagen in den Sog von Rechtsradikalen gekommen. Eine neue Facebook-Gruppe hat sie zu ihrem Star gemacht. Als «echte Schweizerin» sei sie die einzig akzeptable neue Miss Schweiz.
Whitney Toyloy: Ich verstehe nicht, wenn Marion sagt: Ich bin eine typische Schweizerin. Was soll das sein?
Marion Stutz:
Eine typische Schweizerin kennt ihr Land. Das politische System, die Bundesräte. Ist stolz auf ihre Heimat. All das erfüllst Du in meinen Augen. Für mich bist Du eine typische Schweizerin.
Whitney Toyloy:
Als du das gesagt hast, habe ich zuerst Angst gehabt. Ich dachte: noch so eine rassistische Anfeindung. Die Schweiz besteht aus vielen Kulturen. Eine typische Schweiz. Wenn etwas typisch ist, dann das.

Marion Stutz: Ich habe Dich bewundert, als du im letzten Jahr mit den Vorwürfen der Pnos so gelassen umgegangen bist. Und jetzt diese Beschimpfungen auf Facebook…
Whitney Toyloy: …Vergiss die Story mit der Gruppe. Facebook ist mir egal und will meine Zeit auch nicht darin verlieren. In den letzten neun Monaten habe ich viel gelernt: Wichtig sind Familie, Freunde, Schulkollegen. Sie halten immer zu mir. Nach der Attacke von Pnos habe ich entschieden: fremdenfeindliche Angriffe lassen mich kalt. Das gilt für politische Vereinigungen genauso wie für Facebook. Die Internetplattform ist eine vertrauliche Ecke für viele Menschen. Da kann man ja alles sagen und schreiben. Doch diese ausländerfeindliche Gruppe ist nur eine Minderheit – sonst wäre ich ja nicht Miss Schweiz geworden. Es wäre für mich viel schlimmer, wenn die Leute sagen: Whitney Toyloy war keine gute Miss Schweiz.

Marion Stutz: Kannst Du mir einen Rat für die Vorbereitung auf die Wahl mitgeben?
Whitney Toyloy:
Verlier keine Zeit, gib Gas. Denke nur an die Wahl. Alles andere ist egal. Und: Wenn du Miss Schweiz werden solltest, dann vergiss nie, wo du herkommst. Was Deine Familie für dich getan hat, und wer deine Freunde sind.

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