Wort- und Bildfestifall am Rhein Grenzenlose Neugier

Vier Tage dreht sich am Rheinfall alles um Musik, Literatur und das Überschreiten von Grenzen.
Graziella Contratto und Beat Toniolo vor dem Rheinfall in Neuhausen.
Graziella Contratto und Beat Toniolo vor dem Rheinfall in Neuhausen.

Wenns sprudelt, plätschert, tost oder rauscht, ist ihm wohl. «Hauptsache, etwas ist im Fluss.» Das ist doppeldeutig und so auch gemeint. Denn erstens gefällt es Beat Toniolo, 47, wenn etwas in Bewegung ist. Und zweitens ist der Kulturvermittler und Künstler in Schaffhausen aufgewachsen und seither «der magischen Wirkung» des Rheinfalls erlegen. Kein Wunder also, findet sein Wort- und BildFestifall (WBF) bereits zum vierten Mal inmitten der spektakulären Naturkulisse statt: im Fluss eben.

Unter dem Motto «So nah, doch so fremd - Nachbarschaften» ist dem Festivalleiter wiederum ein hochkarätiges Programm gelungen. Auf Literaturbooten lesen Lukas Hartmann, Klaus Merz oder Endo Anaconda. Oropax, Stiller Has oder Ania Losinger, Xala bringen das Publikum zum Staunen und Schmunzeln.

Damit die klassischen Klänge nicht im Getöse des Wasserfalls untergehen, wurde flussabwärts in Dachsen ein neues Rheinfloss aufgebaut. Dort schwingt Graziella Contratto den Taktstock. Die Dirigentin, die letztens mit dem Komikerduo Ursus und Nadeschkin und dem Programm «Orchestergraben» für ein ungewohntes Konzerterlebnis gesorgt hat, hat ein Faible für grenzensprengende Kulturevents.

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So auch am Wort- und BildFestifall. Unter ihrer Leitung begleitet das Sinfonieorchester Camerata Schweiz die junge Jodlerin Nadja Räss - ein Hörerlebnis der besonderen Art. «Wichtig ist, dass das Niveau auf beiden Seiten hoch ist. Dann sind solche Experimente sowohl für die Künstler wie das Publikum spannend und befruchtend», ist Graziella Contratto überzeugt.

Die 42-Jährige ist seit zwei Jahren Intendantin des Davos Festivals und legt grossen Wert darauf, in ihrem Programm verschiedene kulturelle Sparten wie auch die Bündner Landschaft in die Konzerte zu integrieren. Das entspricht ganz dem Gedanken von Beat Toniolo, der sie deshalb auch als künstlerische Beraterin für sein Festival einbezogen hat.

Die Vernetzung verschiedener künstlerischer Sparten ist im Trend. «Das Publikum ist offen für neue Wege und geniesst das Ungewöhnliche», weiss Beat Toniolo aus Erfahrung. Der Paradiesvogel mit seinem Festival am Rheinfall bringt Bewegung in die Kulturszene. Es ist ihm zu wünschen, dass die emotionalen Wellen des Wort- und BildFestifalls auch dieses Jahr hoch schlagen. Kulturelle Rettungsringe sind vor Ort zahlreich vorhanden.


Wort- und Bildfestifall
25. Juni bis 28. Juni


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