Schweizer «Tatort» Gute Quote dank Negativ-Schlagzeilen?

Fast hätte man nicht mehr an die Ausstrahlung des ersten Schweizer «Tatort» nach 10 Jahren geglaubt. Am Sonntag ermittelte Stefan Gubser dann doch noch - und holte die Zuschauer scharenweise vor den TV.

«Boah, war das schlecht!», «Katastrophe!!!!», «Schlechtester Tatort ever»: Auf der «Tatort»-Fanpage auf Facebook überschlagen sich seit Sonntagabend 20 Uhr die Kommentare. Positives Feedback auf den Schweizer «Tatort» mit Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) findet sich kaum. Aber: Obwohl die Folge bereits vor Ausstrahlung für Negativ-Schlagzeilen sorgte, während der Sendezeit den Fans die Haare zu Berge stehen liess, brachte sie den TV-Sendern gute Quoten. SRF verzeichnet mit über 700'000 Zuschauern einen sensationellen Marktanteil von 37,7 Prozent und die ARD schlägt mit 6,8 Millionen (15,4 Prozent Marktanteil) sogar den RTL-Sonntagabendfilm «The Italian Job».

Eine Facebook-Userin weiss, woran es liegen könnte: «Bis zum nächster Schweizer Tatort! Dann seid ihr alle wieder hinter das Fernsehgerät um anzuschauen wie schlecht das Programm ist.» Und tatsächlich. Wer in die Folge «Wunschdenken» mit Stefan Gubser und «CSI»-Star Sofia Milos gezappt hat, konnte sich wohl nur schwer losreissen. Viel eher amüsierte man sich parallel in den entsprechenden Fangruppen oder via Twitter. Hier noch einmal die «Highlights» des Schweizer «Tatort»:

  • Sofia Milos stellt im Treppenhaus eine Verdächtige und ruft: «Put your hands up in the air!» - Kommentar auf Facebook: «Diese Pseudo-Amerikanerin war ja der Witz überhaupt.»
     
  • Stefan Gubser und Sofia Milos haben Sex, nachdem er eine Horde Tauben aus ihrem Hotelzimmer verjagt hat und sich beide versichert haben, verantwortungsvolle Erwachsene zu sein - Kommentar auf Facebook: «Ja, ja, die Schweizer: Sex and Crime.»
     
  • Gubser und Co. sprechen in der hochdeutschen Version auf ARD mit schweizer «Akzent» - Kommentar auf Twitter: «Der Mörder war bestimmt der Synchronsprecher.»
     
  • Um die Schweiz auch wirklich «echt» darzustellen, sind Bäume und Landschaft überkoloriert, immer wieder werden Berge gezeigt - Kommentar auf Facebook: «Jetzt trinken wir alle noch eine warme Ovomaltine und gehen ins Bett!»
     
  • Die negativen Reaktionen am Tag nach der Ausstrahlung überschlagen sich - Kommentar auf Twitter: «Ein Hoch auf die Schweizer Tatort-Leichen! Sie haben von dem Gstürm nicht viel mitbekommen.»

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Und auch die deutschen Medien lassen kein gutes Haar am Schweizer TV-Stück. Der Spiegel titelt «Grüezi Tristesse» und die Bild-Zeitung resümiert: «Schweizer ‹Tatort› war echter Käse».

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