ESC 2013 Heilsarmee verzichtet, wenn Auflagen bleiben

Der Frust ist gross: Endlich hat die Schweiz mit der Heilsarmee einen Vertreter gekürt, der auch international erfolgreich sein könnte - und dann steht der Auftritt auf der Kippe.
Jubel - für nichts? Die Schweizer Heilsarmee-Band wägt derzeit noch Optionen ab: Wird sie mit neuem Namen und ohne Uniform auf der ESC-Bühne in Malmö stehen oder auf die Teilnahme verzichten?
© Keystone Jubel - für nichts? Die Schweizer Heilsarmee-Band wägt derzeit noch Optionen ab: Wird sie mit neuem Namen und ohne Uniform auf der ESC-Bühne in Malmö stehen oder auf die Teilnahme verzichten?

[reference:nid=166366;]Die Schweizer Heilsarmee-Band darf nur am Eurovision Song Contest 2013 teilnehmen, wenn sie sich einen neuen Namen zulegt und nicht in Uniform auftritt, so die Auflagen der Europäischen Rundfunkunion EBU. Ob sie sich an die Forderungen hält, das hat die Heilsarmee noch nicht definitiv entschieden. Allerdings lässt sie am Dienstag in einer Medienmitteilung verlauten: «Müsste die Heilsarmee den heute bekannten Auflagen vollumfänglich entsprechen, würde sie von einem Auftritt in Malmö absehen.» Man gehe davon aus, «dass es Möglichkeiten gibt, sich selber treu zu bleiben und gleichzeitig die Schweiz mit dem Siegersong in Malmö zu vertreten». Mit dem SRF soll nun ein «gangbarer Weg» gefunden werden. 

Das ist auch im Sinne des Schweizer Fernsehen, wie Sven Sarbach, Bereichsleiter Show und Events und ESC-Delegationsleiter, sagt: «Wir freuen uns, zusammen mit der Heilsarmee weiterhin am ESC-Projekt arbeiten zu können.» 

Am Samstagabend wurde die Schweizer Heilsarmee-Band mit dem Song «You and Me» zum Sieger der Schweizer Vorausscheidung gewählt. Mit 37 Prozent der Televoting-Stimmen vermochte sie sich gegen Carrousel und Jesse Ritch durchzusetzen. Glaubte man zuerst noch, einen Schweizer Act gefunden zu haben, der sich auch auf der internationalen Bühne durchsetzen könnte, kamen später Zweifel auf: Die Europäische Rundfunkunion EBU verbietet einen Auftritt in Uniform, weil die Plattform nicht für Werbezwecke genutzt wird. Auch darf der Namen nicht verwendet werden, Markennennungen sind verboten.

Von diesen Auflagen ist auch SRF überrascht worden. Der Song der Band sei von der EBU im Vorfeld als «reglementskonform» bezeichnet worden, betont SRF-Sprecherin Eva Wismer am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Deshalb sei der Teilnahme an der Vorentscheidungsshow nichts im Wege gestanden, schreibt Wismer weiter in ihrer Stellungnahme. Martin Künzi, der Sprecher der Schweizer Heilsarmee, zeigt sich indes «verärgert» über den EBU-Entscheid. Die Band sei «weder politisch noch kommerziell» unterwegs, lässt er verlauten.

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