Maria Dolores & Joseph Fiennes Hollywood in der Toskana

Schöner als jedes Hollywood-­Märchen: Das Berner Arbeiterkind Maria Dolores Diéguez und der britische Leinwand-Beau Joseph Fiennes feiern Traumhochzeit in der Toskana: ganz in Weiss in einer luxuriösen Villa. Die Bilder der Traumhochzeit sehen Sie jetzt - exklusiv in Ihrer Schweizer Illustrierten.

Das Leben ist kompliziert genug. Deshalb sind die einfachen Geschichten die schönsten. Die Lovestory von Maria Dolores Diéguez, 27, und Joseph Fiennes, 39, bezaubert so simpel wie ein Disney-Film. Einfaches Berner Modi verliebt sich in Superstar. Er küsst sie wach. Und heiratet sie. Bern meets Hollywood. Eine Geschichte wie prickelnder Champagner. Schnitt.

Freitag, 28. August, nahe dem Dörfchen Borgo a Mozzano in der Tos­kana, 20 Kilometer nördlich der Stadt Lucca und eineinhalb Stunden von Florenz entfernt. Es ist der Hochzeitstag von Maria Dolores Diéguez und Joseph Fiennes (die Trauung vom 15. August war eine Falschmeldung). Für ihr Fest der Liebe haben sie sich einen magi­schen Ort ausgesucht: die Villa Cature­glio (ehemals Villa Mansi) – von Body­guards hermetisch abgeriegelt. Die um­liegenden ­Wälder werden gar mit Flutlicht nach unerwünschten Personen abgesucht.

Nur Josephs Bruder, der welt­be­rühm­te Schauspieler Ralph Fiennes («The English Patient»), bewegt sich am Vortag frei in Borgo a Mozzano. Beim Barbiere erzählt er in gebrochenem Italienisch mit starkem englischem Akzent freimütig, dass er sich eigens für die Hochzeit seines Bruders schön machen lässt. Später trinkt er einen Kaffee und gibt den herbei­ge­eilten Einheimischen Autogramme. Selbst für Fotos posiert er leger mit den auf­geregten Dorfbewohnerinnen.

Inmitten von Weinreben und Olivenhainen gibt sich das Paar am Freitagabend in der schmucken Kapelle der ­Barockvilla zwischen 19 und 20 Uhr das Jawort. Danach speist die Hochzeits­gesellschaft im Freien an langen Tafeln. Die Tische sind blütenweiss gedeckt, die Stühle weiss umtucht. Unzählige Lichter­ketten in den Olivenbäumen und Kerzen­leuchter auf den Tischen tauchen die Gesellschaft in warmes Licht. Natürlich trägt auch die Braut Weiss. Auf der Menükarte stehen lokale und regionale Köstlichkeiten – doch Maria und Joseph haben nur Augen füreinander, schäkern und kuscheln ununterbrochen.

Später feiern und tanzen sie bis in die Morgenstunden. Nach der Party beherbergen die beiden ihre pro­mi­nenten Gäste – einer davon der Schweizer Schauspieler Anatole Taubman – in der Villa und den drei um­liegenden ­Cottages. Insgesamt gibts hier Platz für 37 Personen. Die ganze Hochzeit ist ­Höhepunkt eines Märchens, das vor vier Jahren seinen Anfang nahm.

«Maria und ich versuchen, so oft es geht,zusammen zu sein – egal, wo ich gerade arbeite»

Ein Abend Ende der Neunziger. Die heutige Mrs. Fiennes sitzt im Wohnzimmer ihrer Eltern im Berner Breitenrain-Quartier auf dem Sofa. Über den Bildschirm flimmert der mit sieben ­Oscars ausgezeichnete «Shakespeare in Love». Darin spielt Joseph die Haupt­rolle. Der Londoner Beau fällt Maria auf: «Mir ge­fielen seine Augen. Aber ich vergass ihn wieder», verrät Maria der Schweizer Illustrierten vor einem Jahr. «Hätte mir jemand gesagt, dass ich eines Tages mit Joseph zusammen sein würde, ich hätte mir an die Stirn getippt.» Dann fügt sie noch ein energisches «Never!» hinzu.

Sag niemals nie. Sommer 2005. ­Maria ist als Botschafterin des US-Nobeljuweliers Harry Winston an eine VIP-Party im sizilianischen Taormina eingeladen. Plötzlich steht Joseph Fiennes vor ihr auf der Hotelterrasse. Damals hatte Maria die Anonymität des Berner Breiten­rain-Quartiers bereits seit zwei Jahren hinter sich gelassen. Als Drittplatzierte an der Miss-Schweiz-Wahl 2003 sorgte sie landesweit für Gesprächs­stoff, weil sie ihren Busen vergrössern liess. Alles kein Thema an diesem Abend in Taor­mina. Maria und Joseph können die Blicke nicht voneinander abwenden. Es kommt, was kommen muss: Die feurige Schweiz-Spanierin und der feinsinnige Engländer werden ein Paar.

Von nun an existiert eine neue Namenskoppelung: «Maria & Joseph in Love». Böse Zungen nennen den Flirt eine Eintagsfliege. Joseph werde Maria fallen lassen. Zu verschieden sei der soziale Background. Allen Unkenrufen zum Trotz: Diese Liebe hält. Denn zwei verwandte Seelen haben sich gefunden. Die beiden vergöttern sich. Eine Fernbeziehung zwischen Bern und London beginnt. Maria lebt abwechslungsweise in ihrer Altstadtwohnung an der Aare und in Josephs Apartment im schicken Notting Hill. Das Berner Modi reift heran, wird Josephs Queen. Auf den So­ciety-Partys in London, Paris und Berlin zieht die bildschöne Seconda alle Blicke auf sich.

Doch Glamour allein ist Maria Dolores zu wenig. Josephs intellek­tueller Einfluss ist unverkennbar. Er, der aus einer bekannten Künstlerfamilie stammt, bereichert das Leben seiner Verlobten ungemein. Maria schreibt sich in einer Londoner Kunstschule ein. Sie ­arbeitet hart an ihrer Maltechnik, interessiert sich für Picasso und Klee, liest Gedichte des spanischen Dichters García Lorca. Parallel dazu leben die zwei Liebenden ihren Alltag. Und tun Dinge, die jedes Paar tut. Maria: «Wir treffen Freunde und gehen shoppen. Zu Hause koche ich für Joseph.» Keine komplizierten Menüs, verrät sie. Was denn? «Kürbissuppe. Die liebt Joseph über alles.» Es sind die einfachen Dinge, die das Leben schön machen.

Auch interessant