Echo 2013 Hosen räumen ab - Schweizer gehen leer aus

Bei der Verleihung des deutschen Musikpreises gab es wenig Überraschungen. Abräumer des Abends waren Die Toten Hosen, Rapper Cro und Schlagerstern sowie Moderatorin der Show Helene Fischer.

Die Toten Hosen sind die grossen Gewinner der Echo-Verleihung 2013. Die Düsseldorfer Punkrocker bekamen beim Deutschen Musikpreis die Ehrung als beste deutsche Rockgruppe sowie für das Album («Ballast der Republik») und den Hit des Jahres («Tage wie diese»). Mehrere Echos ergatterten auch der Stuttgarter Rapper Cro, die Amerikanerin Lana del Rey sowie Helene Fischer. Die Schlagersängerin Fischer war in diesem Jahr auch die Moderatorin der Show in Berlin, die die ARD live ausstrahlte.

SCHWEIZER GEHEN LEER AUS
Die «Voice of Germany»-Gewinnerin Ivy Quainoo freute sich über die Ehrung als beste deutsche Künstlerin Rock/Pop national. Der deutsch-amerikanische Geiger David Garrett strahlte als bester Künstler national. Casting-Show-Kollege Luca Hänni konnte indes keinen Echo ergattern. Der Schweizer war in der Kategorie Newcomer international nominiert, in der Lana del Rey ausgezeichnet wurde. Gleich erging es DJ Antoine. Er musste die Auszeichnung Electronic/Club/Dance der Hamburger Formation Deichkind überlassen.

Campino von den Toten Hosen hatte auch einen grossen Auftritt, als er bei einem der emotionalen Höhepunkte des Abend den Preis fürs Lebenswerk an die britische Rockband Led Zeppelin überreichte: «Sie waren Vorreiter und Pioniere des Hardrock und Heavy-Metal.» Sie seien Inspiration für viele andere Bands der Musikgeschichte gewesen. Der Liedermacher Reinhard Mey überreichte den nationalen Lebenswerk-Echo an den ebenfalls 70-jährigen Kollegen Hannes Wader. Ganz bewegt von Meys Rede dankte Wader für den grossen Zuspruch. «Ich guck mir das morgen alles in Ruhe auf YouTube an.» Dann sang er zusammen mit den Toten Hosen seinen Klassiker «Heute hier, morgen dort».

PREISE IN 27 KATEGORIEN
Der Echo versteht sich als deutsche Antwort auf die Grammys und die Brit Awards. Er wird in 27 Kategorien vergeben. Die Deutsche Phono-Akademie ehrt die erfolgreichsten Musiker aus Pop, Rock und Volksmusik. Die Nominierungen orientieren sich an den Verkaufszahlen.

Die Veranstalter hofften auf eine bessere Einschaltquote als 2012. Nur etwa 2,6 Millionen Menschen hatten vor einem Jahr die Show in der ARD eingeschaltet - laut Media Control so wenige wie noch nie seit die Echo-Vergabe 1997 erstmals im Fernsehen übertragen wurde.

VORWÜRFE GEGEN FREI.WILD
Irritationen löste der Preis in der Kategorie Rock/Alternative national für die Aachener Band Unheilig und ihren Frontmann Der Graf aus. Anders als bei den meisten Preisen, wurden die anderen Kandidaten nicht einmal erwähnt. Zu ihnen gehörten neben den Ärzten die Bands Kraftklub und MIA., die vor dem Echo einen Eklat ausgelöst hatten, als sie gegen die Nominierung der Südtiroler Band Frei.Wild protestiert hatten. Sie warfen der Band Nähe zur rechten Szene vor. Frei.Wild hatte wiederholt betont, sich von rechtem Gedankengut zu distanzieren. Sänger Philipp Burger habe sich bereits vor 15 Jahren von seiner Vergangenheit als Skinhead gelöst. Trotzdem schloss die Deutsche Phono-Akademie die Band vom Echo aus: Es gebe die Sorge, dass die Debatte den Echo und seine Teilnehmer beschädigen könne, hiess es zur Begründung. Vor Beginn der Gala hatten rund 200 Frei.Wild-Fans an den Berliner Messehallen für die Band demonstriert.

 

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