Elham Manea Knecht «Ich verstehe das Misstrauen gegenüber dem Islam»

Die schweizerisch-jemenitische Doppelbürgerin stimmte gegen das Minarett-Verbot. Die 43-jährige Islam-Expertin kann die Ängste der Schweizer nachvollziehen. Und fordert, dass nun gehandelt werden muss.
«Ich verstehe das Misstrauen gegenüber dem Islam»
«Ich verstehe das Misstrauen gegenüber dem Islam»

Warum sind so viele Schweizerinnen und Schweizer für ein Minarett-Verbot?
Aus Angst. Diese Ängste müssen unbedingt ernst genommen werden.

Woher kommt diese Angst?
Vor einer schleichenden Islamisierung unseres Landes. Viele Frauen, auch aus linken Parteien, stimmten für ein Verbot, weil sie den Islam als frauenfeindlich empfinden – was dessen Familienrecht wirklich ist. Jugendliche stimmten ja, weil sie mit Muslimen schlechte Erfahrungen gemacht haben.

In der Schweiz gibt es 17’000 zwangsverheiratete Frauen, darunter auch viele Musliminnen.
Das empört auch mich! Jeder Fall ist eine völlig inakzeptable Menschenrechts-Verletzung, die bestraft und verboten werden muss! Ebenso die Hunderten von Beschneidungen junger Mädchen, die jedes Jahr in unserem Land stattfinden. Doch solche Probleme sind mit dem Minarett-Verbot nicht lösbar.

Sie haben klare Forderungen an die Politik.
Unsere heutigen Schulstrukturen genügen nicht mehr. Es braucht ein besseres Angebot an Krippen und Tagesschulen. Orte, in denen Jugendliche soziale Umgangsformen lernen und Werte vermittelt bekommen. Jugendliche aus bildungsfernen Migrantenfamilie haben weniger Chancen, in der Schule weiter zukommen. Sie sollen die selben Chancen haben. Es ist schwierig, die Eltern, also die erste Ausländergeneration, zu ändern. Man muss bei den Kindern und Jugendlichen anfangen.

Was die engagierte Politologin zu den Themen Zwangsheirat, Beschneidung und Burka-Verbot sagt, lesen Sie in der aktuellen Schweizer Illustrierten.


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