Miss-Schweiz-Casting Im Fokus: Ist sie eine Miss?

Das Schönste, was unser Land zu bieten hat. Am Miss-Schweiz-Casting trennt sich die Spreu vom Weizen. Von den über 400 Bewerberinnen «erntet» nur eine die Krone.

Das Epizentrum der Schönheit befindet sich am vergangenen Samstag im Zürcher Seefeld. Hier spielen sich teils erschütternde Szenen ab. Beim grossen Missen-Casting brechen die einen in Tränen aus, machen andere vor Freude Luftsprünge. Weit über 400 junge Frauen zwischen 17 und 25 aus der ganzen Schweiz hatten sich beworben, 172 von ihnen wurden dann von Missen-Mutter Karina Berger ein­geladen.

Und nun tummeln sich 141 aufgeregte Mädchen in den Umkleiden. Bei der Wahl zur Miss Schweiz am 26. September werden nur 16 Finalis­tinnen zeigen und sagen können, warum sie die richtige Königin wären.

Mit erstklassigen Umgangsformen und gutem Benehmen punkten könnte Marion Stutz, die Benimm-Kurse gibt. Einen zweiten Anlauf nimmt Tabea Schulthess. Sie war bereits 2008 am Missen-Casting. Vielleicht hat die Pfarrerstochter ja nun mehr Hilfe von ganz oben. Darauf vertraut möglicherweise auch Annette Gygli. Auch ihr Vater ist Pfarrer.

Doppelt gemoppelt erscheinen auch Marina und Selina Dorigo. Die Zwillinge («Wir wissen nicht, ob wir eineiige oder zweieiige sind.») gleichen sich wie ein Spiegelbild. Trotzdem besteht nur Marina unter den Augen der gestrengen Jury, für ihre zwei Minuten ältere Schwester endet das Abenteuer Missen-Krone, noch ehe es richtig angefangen hat. «Bisher haben wir alles zusammen gemacht», seufzt sie. Jetzt ist Schluss.

Weiter hoffen darf dagegen Christine Andres. Die Kaffee-Spezialistin, sie arbeitet für Nespresso, könnte George Clooney im nächsten Werbespot betören. Ihre Mutter Ute hat sie zum Casting begleitet. Dabei ist sie gar nicht so begeistert davon, dass ihr Kind Miss Schweiz werden will. «Aber irgendwann muss man sie los­lassen», sagt sie unter dem zustimmenden Nicken ihrer Tochter.

**WERBUNG**

Die freut sich. Andere laufen tränenüberströmt davon, als ihnen mitgeteilt wird, dass sie nicht in die engere Wahl kommen. Mehr erhofft haben sich auch Delilah und Raphaela Bolzern, ebenfalls ein Zwillingspärchen. Fünf Millimeter fehlen ihnen zur geforderten Mindestgrösse.

Die hat dafür Manuela Blum. Die OP-Assistentin hofft, es mit ihrer positiven Einstellung unter die Finalistinnen zu schaffen. Etwas neidische Blicke ob ihrer Bräune zieht Nicole Müller auf sich. Auf Nachfrage der Jury stellt sie jedoch schnell klar, dass sie als Flight-Attendant gerade aus São Paulo kommt, «wo im Moment Sommer ist».

Sandrine Pesche möchte sich mit ihrer Teil­nahme an der Miss-Wahl einen Traum erfüllen: «Ich möchte einmal ins TV.» Man wirds sehen, im September. Klammheimlich zum Casting geschlichen hat sich Aria Blumenau. Was wohl ihr Vater, ein Psychologe, dazu sagen wird, wenn sie plötzlich vor einem Millionen-TV-Publikum über den Laufsteg schreitet?

Auf die Bühne ziehts auch Linda Fäh. Miss Südostschweiz war sie schon. Vor drei Jahren. Jetzt will sie Miss Schweiz werden. Sollte daraus nichts werden, gäbs noch eine Chance. Sie singt so umwerfend, dass sie sich noch bei «MusicStar» bewerben könnte.


Auch interessant