Barbara Lüthi «Im Moment gibts noch nicht viel zu erziehen»

Die SF-China-Korrespondentin Barbara Lüthi, 35, wurde 2008 als «CNN Journalist of the Year» ausgezeichnet. Seit drei Wochen ist die Zürcherin nun auch Mutter.
«Im Moment gibts noch nicht viel zu erziehen»
«Im Moment gibts noch nicht viel zu erziehen»

Frau Lüthi, herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihrer Tochter! Wie heisst sie?
Lara Uma. Der zweite Name ist der einer Hindu-Göttin, der Frau Shivas. Mein Mann und ich besuchten vor einiger Zeit einen Hindu-Tempel und sahen dort ihre Statue. Sie gefiel uns so sehr, dass wir uns für Uma als Zweitnamen entschieden.

Und wie war die Geburt?
Schmerzhaft, aber schnell. Von der ersten Wehe bis zur Geburt vergingen gerade fünf Stunden. Ich bin am 24. Februar morgens kurz vor 5 Uhr in Peking ins Spital gegangen, um 7.42 Uhr war unsere Kleine schon da.

China sorgte kürzlich mit einem Milchpulver-Skandal für Schlagzeilen. Stillen Sie, oder geben Sie Schoppen?
Ich stille – das ist praktischer. Aber ich habe vorgesorgt und bei meiner letzten Rückkehr aus der Schweiz einen Reisekoffer voller Milchpulver nach China mitgeschleppt – für den Fall, es hätte mit Stillen nicht geklappt.

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Sie sind mit einem Berufskollegen verheiratet.
Ja, mein Mann Tomas Etzler arbeitet so wie ich als China-Korrespondent – nur eben fürs tschechische Fernsehen. Wir lernten uns 2005, als ich den ersten «CNN Journalist Award» gewann, in München kennen. Zwei Monate später verlobten wir uns, zogen nach China, und seit September 2006 sind wir verheiratet.

Wie teilen Sie sich die Kindererziehung auf?
(Lacht.) Im Moment gibts da ja noch nicht viel zu erziehen. Ich bin fürs Füttern zuständig, mein Mann fürs Windelnwechseln. Und das Baden sowie das Knuddeln übernehmen wir beide gleichermassen.

Gibts in China eigentlich spezielle Bräuche, wenn ein Kind geboren wird?
O ja! Der Lustigste ist: Als frischgebackene Mutter darf man das Haus bis einen Monat nach der Geburt nicht verlassen und sich der frischen Luft aussetzen. Vor ein paar Tagen wollte ich mit meinem Baby aus dem Haus und wurde von einer kleinen, alten Chinesin in einen Hauseingang geschubst. Sie schrie Zeter und Mordio und warf mir zum Schutz ihren Schal über den Kopf.


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