Anna Ermakovas Catwalk-Debüt mit 14 Experten: «International hat sie noch keine Chance»

Der Auftritt von Anna Ermakova an der Berlin Fashion Week löst eine Debatte aus: Gehört ein Mädchen mit 14 Jahren auf den Catwalk? SI online hat bei Model-Experten nachgefragt.

Dienstagabend an der Berlin Fashion Week: Anna Ermakova ist der Höhepunkt der Modenshow des Labels «Riani». Mit ihren roten Locken zieht sie alle Blicke auf sich. Mit ihren 14 Jahren spaltet sie die Gemüter der Prominenten vor Ort. Für Peyman Amin ist der Fall klar. Zum TV-Magazin «Prominent» sagt er: «Sie ist mit 14 einfach zu jung.»

Ursula Knecht, Inhaberin der renommierten Agentur Option Model in der Schweiz, ist gleicher Meinung. Hinzu komme, dass sie «in diesem Alter international sowieso keine Chance hat». Der Grund liegt in den Gesetzen, im Jugendschutz. «In Paris müssen Models mindestens 16 sein, in New York sogar 18, wenn sie auf den Laufsteg wollen. Andernfalls braucht man Spezialbewilligungen.» New York habe erst vor einem Jahr die Grenze nach oben gesetzt, nachdem dort jahrelang auch 13- und 14-Jährige laufen durften.

In Knechts Augen ist 16 das ideale Alter für den Start einer internationalen Karriere. In ihrer Agentur hat sie zwar auch mit jüngeren Models zu tun, dann aber im Zusammenhang mit dem Elite Model Look Switzerland. «Hier gehts vorerst um eine Talent-Rekrutierung.» 2012 war es Manuela Frey, 18, die die Schweizer Vorausscheidung für sich entscheiden konnte. Damals war sie erst 15. Und beinahe hätte sie - wegen ihres Alters - einen grossen Auftrag sausen lassen müssen. «Das Luxuslabel Yves Saint Laurent buchte Manuela. Die Show in Paris war für den Abend angesetzt. Zum Glück feierte sie an diesem Tag ihren 16. Geburtstag, sonst hätte sie nicht laufen dürfen.»

Anna Ermakova sollte sich gemäss der Expertin noch ein wenig gedulden. «Und erst einmal ihre Schule fertig machen.» Das findet auch Zineta Blank der Agentur Visage. «Sie hat ein tolles Gesicht. Aber sie soll noch Kind sein dürfen», sagt sie zu SI online. Für Blank wie für Knecht ist klar: Der Becker-Spross ist noch nicht reif genug.

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