Arnold Schwarzenegger am Zurich Film Festival Der Terminator sucht die Schweiz heim

I'll be back! Arnold Schwarzenegger hält Wort. Nach 18 Jahren kehrt der Hollywood-Star zurück. Die Geschichte des «Steirer Buam», der von Österreich auszog und als Muskelprotz die Welt eroberte.
Thanksgiving 2013 Arnold Schwarzenegger
© via Twitter

Arnold Schwarzenegger ist für jeden Seich zu haben - zu Thanksgiving postete er ein Foto aus vergangenen Tagen.

Das Video war offenbar selbst Arnold Schwarzenegger, 68, zu barbarisch. Mister «Terminator» wollte es 2003 kurz vor seiner Wahl zum Gouverneur Kaliforniens verschwinden lassen. In dem Streifen fasst ein Tänzer einer Nachtclubtänzerin an den Hintern und grunzt: «Weisst du, nachdem ich gesehen habe, wie Mädchen hier tanzen, verstehe ich, warum Brasilien sich meinem bevorzugten Körperteil hingibt - dem Po.» Dann füttert der nicht grazil agierende Muskelprotz die Bikini-Schönheit lasziv mit einem Rüebli.

Der schwerfällige Tanzbär ist Schwarzenegger, und das Video «Carnival in Rio» könnte den angehenden Politiker Wählerstimmen kosten. Dabei steht Schwarzenegger offen zu seiner Vorliebe.

Er mag Pos und Muskeln. Der als Polizistensohn im österreichischen Weiler Thal bei Graz geborene Arnold Alois Schwarzenegger weiss früh, dass er eines Tages ganz gross herauskommen wird. «Ich war absolut überzeugt, dass ich etwas Besonderes und zu Höherem geboren war. Ich wusste, dass ich eines Tages der Beste sein würde, allerdings wusste ich noch nicht, auf welchem Gebiet.» Und so trainiert er halt Klimmzüge an einem zwischen zwei Astgabeln befestigten Besen. Aufgetragen hats ihm sein Fussballtrainer. Was zeigt, dass Arnie zu der Zeit mehr «Krischperl» (schmächtiges Büblein) als steirische Eiche ist. Vater Gustav findet: «Mach was Vernünftiges. Geh Holz hacken.» An ihn erinnert sich Schwarzenegger in seiner Autobiografie: «Ich wurde an den Haaren gezogen und mit dem Gürtel geschlagen.» Nachbarn sollen ihn gar gezwungen haben, warmes Schweineblut zu trinken. «Ich war einer, der sich nicht angepasst hat und dessen Wille nicht gebrochen werden konnte», erinnert er sich.

Er ist der Fleisch gewordenen amerikanische Traum. Mit Willenskraft, Anabolika und der Hilfe des angeheirateten Kennedy-Clans schafft er es ganz nach oben. Zunächst zieht es ihn als 19-Jährigen nach München, wo er als Fitnesstrainer arbeitet und für die Zeitschrift «Quick» im Slip durch die Fussgängerzone läuft. 1967 gewinnt er als jüngster Athlet aller Zeiten den Titel als Mister Universum. Siebenmal holt er sich den Titel als Mister Olympia. Er zieht weiter nach Amerika, wo er verkündet, dass Bodybuilding für ihn «Bildhauerei am eigenen Leib» ist. Er steht Kunstikone Andy Warhol Modell, lernt durch ihn die richtigen Leute beim Film kennen und agiert so bald selbst vor der Kamera. Im ersten Film spielt er noch unter dem Pseudonym Arnold Strong. Sein Akzent, findet man, «klingt wie eine Häckselmaschine».

Herausragende Eigenschaft: Arnie kann Menschen für sich gewinnen, und vor allem hat er einen unbeugsamen Willen und ungeheure Disziplin. Er ist eine Lernmaschine. Als «Conan, der Barbar» gelingt dem muskelbepackten Fleischkoloss mit 145 Zentimetern Brustumfang, 56 Zentimetern Armumfang, 72 Zentimetern Oberschenkel und 86 Zentimetern Taille 1982 der Durchbruch. Zwei Jahre später wird er mit «Terminator» und dem Spruch «I’ll be back» Kult. Als «Kindergarten-Cop» lieben ihn sogar die Filmkritiker. Der Österreicher mit einem Bachelor in Volks- und Betriebswirtschaft zählt zeitweise zu den bestbezahlten Akteuren Hollywoods. Seine erste Million macht er mit Immobilien. Schwarzeneggers Vermögen wird bei der Scheidung von Maria Shriver auf 400 Millionen Dollar geschätzt. Er mag Luxus, grosse Uhren und protzige Autos.

Ein Vierteljahrhundert ist er mit der Kennedy-Nichte verheiratet. Vier Kinder hat er mit ihr, und erst als sie erfährt, dass er mit ihrer Haushälterin Mildred Patricia Baena einen heimlichen Sohn hat, schmeisst sie Schwarzenegger aus dem Haus. Er sagt, er habe es Maria gebeichtet, nachdem er nach sieben Jahren als Gouverneur von Kalifornien nicht mehr wiedergewählt worden war. Sie sagt, sie sei misstrauisch geworden, nachdem im Haushalt über die Ähnlichkeit zwischen Joseph, Mildreds Sohn, und dem Chef getuschelt worden war. Die Schauspielerin Jane Seymour behauptet, Schwarzenegger habe zwei weitere uneheliche Kinder. Es gibt auch Gerüchte über sexuelle Belästigungen. Ein Freund versuchte Schwarzenegger diesbezüglich in Schutz zu nehmen und erklärte: «Wenn Sie irgendwo lesen, dass Arnold Busen begrapscht habe, ist es eine Lüge. Arnold hat sich immer nur für Hintern interessiert.»

Arnie geniesst den Ruf eines «unterleibshörigen Mannes, der bei den Weibern nichts anbrennen lässt» (so die Tageszeitung «Die Welt»). Wobei er eine Vorliebe für eher unattraktive Frauen hat. Schöne schüchtern ihn ein. Sein Biograf Ian Halperin sagte in einem TV-Interview, gegen den sexsüchtigen Schwarzenegger komme ihm Tiger Woods vor wie die Jungfrau Maria. Apropos Woods - eine Schwäche gibt der «Terminator» zu: «Ich bin ein beschissener Golfspieler.»

Am 30. September kehrt er zurück nach Zürich. 18 Jahre nach der Einweihung seines pleitegegangenen «Planet Hollywood»-Restaurants in der Bahnhofstrasse hält der Po-Liebhaber Wort: «I’ll be back!» Er kommt, um sich am Zurich Film Festival den Award für sein Lebenswerk abzuholen.

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