Barack Obama Sushi? Bäh! Sein Essverhalten sorgt in Japan für Misstöne

Es ist mit gerade mal zehn Sitzplätzen das wohl exklusivste Sushi-Restaurant in Tokio. Dennoch kann man Barack Obama damit nicht beeindrucken. Der US-Präsident verschmäht auf seiner Dienstreise das japanische Nationalgericht.
Barack Obama auf Dienstreise beim Sushi-Essen in Tokio
© Reuters

Sushi? Dann doch lieber Sake! US-Präsident Barack Obama (r.) lässt sich von Japans Regierungschef Shinzo Abe nachschenken.

Es gibt Menschen, die würden sich nach einem Besuch im «Sukiyabashi Jiro» in Tokio alle zehn Finger ablecken. Schliesslich, so sagt man, würde man dem Gast dort die weltbesten Sushi kredenzen. Eine Meinung, der sich Barack Obama, 52, wohl nicht anschliessen kann. Bei seinem Essen mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe, 59, rührte der Präsident der Vereinigten Staaten die rund zwanzig Kreationen von Alt-Sushi-Meister Jiro Ono, 88, kaum an. Ein Affront, wie die japanischen Medien finden.

Japan, das ist das Land der vielen Verhaltensregeln. Gastfreundlichkeit, aber auch Etikette werden gross geschrieben, Unhöflichkeiten dementsprechend bemängelt. Da sich der Präsident dessen sehr wohl bewusst ist, hat er wenigstens von der traditionellen Speise probiert. Augenzeugen berichten jedoch, Obama habe die Stäbchen nach sehr kurzer Zeit beiseite gelegt. Shinzo Abe hingegen habe das ganze Menü verspiesen, liess der japanische Rundfunk einen benachbarten Restaurantbesitzer zu Wort kommen. Und einer der Küchenchef ergänzt, dass Obama sich sehr schnell einem intensiven Gespräch gewidmet habe. Insgesamt sei das eigentlich lockereTreffen bei Sushi und Sake daher sehr formell verlaufen. 

Hat Obama vielleicht eine Aversion gegen Meeresgetier? Dass er lieber in einen deftigen Burger beisst, hat er anlässlich seines 50. Geburtstages ja bewiesen. Immerhin hat er gegenüber den Journalisten das Sushi für «gut» befunden. Sehr diplomatisch, aber das muss er als Politiker ja auch sein.

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