Boris Becker «Bei meinen Kindern vergesse ich die Zeit»

Der Ex-Tennisstar und IWC-Botschafter plauderte im Rahmen der Uhrenmesse in Genf mit SI online über sein Leben als Vater, seinen Terminplan - und er verriet, warum ein Mann nicht mehr als eine Uhr und einen Ehering tragen darf.
Boris Becker schaut gerne auf die Uhr, denn: «Pünktlichkeit ist mir enorm wichtig, das hat für mich etwas mit Respekt zu tun.»
© tilllate.com Boris Becker schaut gerne auf die Uhr, denn: «Pünktlichkeit ist mir enorm wichtig, das hat für mich etwas mit Respekt zu tun.»

SI online: Boris Becker, diese Woche bereisen Sie halb Europa - Genf, Berlin, Kitzbühel: Wie erholen Sie sich?
Boris Becker: Zuhause. Und ich hatte eine kleine Winterpause, die letzten 4 Wochen waren nötig, um mich mal ein bisschen zu entspannen. Ich arbeite gerne und viel, aber ich muss mir auch meine Auszeiten nehmen, in denen ich mich mit meiner Frau und meinen Kindern erhole.

Ihre Frau ist bei Ihren Reisen dabei, kommt auch Söhnchen Amadeus mit?
Amadeus ist jetzt 11 Monate, diese Woche wäre es nicht gut gewesen ihn jeden zweiten Tag in eine andere Stadt zu nehmen - das wäre fast fahrlässig. Wenn ich einen längeren Trip habe - wie zum Beispiel Anfang Februar nach Abu Dhabi, da bleiben wir eine Woche - dann lohnt es sich, ihn mitzunehmen. Dann kommt er auch an und es macht Spass. Diese Woche aber ist nur meine Frau dabei.

Am 10. Februar feiert Amadeus seinen ersten Geburtstag, gibt es eine grosse Party?
Der 1. Geburtstag ist ganz wichtig. Vor allem die Mutter will den feiern, denn ich glaube nicht, dass Amadeus mit einem Jahr viel davon mitbekommt. Aber für die Mutter ist das ein einschneidendes Erlebnis, also machen wir bestimmt etwas Schönes. Mein ältester Sohn wurde übrigens gerade 17.

Noah. Aber Sie haben ihn nicht gesehen.
Wir haben am Montag telefoniert und auch am Dienstag. Eigentlich wollte er auch nach Genf kommen, aber er ist ja in der Schule und musste noch Arbeiten schreiben.

Und er hat gerade ein eigenes Modelabel gegründet: «Fancy Clothing», wie finden Sie das?
Mit 17 Jahren muss man sich ausprobieren, experimentierfreudig sein, und das ist er. Er interessiert sich für Mode, aber er muss sich da noch finden und das ist auch gut so.

Kaufen Sie ihm ein T-Shirt ab?
Auf jeden Fall! Weil sie mir gefallen und weil mir gefällt, dass er sich dafür interessiert. Er macht sich Gedanken, hat einen Plan und interessiert sich für das Business. Es gibt viele Teenager in seinem Alter, die erfolgreiche Eltern haben und die dann nur Mami-Papi-Menschen sind. Dazu gehört er nicht. Er will sein eigenes Leben leben, seine eigenen Erfahrungen sammeln und das gefällt mir gut.

Eine Dame betritt den Raum. Boris Becker darf sich aus der neuen IWC-Portofino-Kollektion eine Uhr aussuchen. Er wählt eine mit braunem Band: «I am brownish today» - das passe zu seiner Kleidung.

Was sagt eine Uhr über einen Mann aus?
Meiner Meinung nach sollte ein Mann nicht zu viele Schmuckstücke tragen. Ich bin kein Fan von Männern mit 10 Ohrringen, Nasenringen, Brustringen und 15 Ketten und was es alles gibt...15 Armbändchen. Das geht leicht ins Lächerliche, ins Peinliche.

Also sollte ein Mann gar keinen Schmuck tragen.
Ein Mann sollte meines Erachtens eine ausdrucksstarke Uhr und tragen einen Ehering und ansonsten wars das. Ich glaube, Männer ,die viele Schmuckstücke tragen verstecken sich gern und Männer, die sich reduzieren sind vielleicht auch etwas erwachsener.

Ihre Frau Lilly hat auf Boris-Becker.tv angekündigt, dass sie sich an der Uhrenmesse auch eine Uhr aussuchen will. Welche passt denn zu ihr?
Wir haben ja kein Wunschkonzert hier. Wir sind Gäste von IWC-Portofino, also gehen wir auf die Messe, ich schaue dem Georges Kern [Anm.d.Red. IWC-CEO] tief in die Augen, er sieht das Handgelenk meiner Frau und dann wird es eine Lösung geben.

Als Markenbotschafter für IWC reisten Sie für ein Shooting mit Fotograf Peter Lindbergh nach Portofino. Ist das Arbeit oder Vergnügen?
Normalerweise kommt man für ein paar Stunden ans Set, macht einen Shoot und ist danach wieder weg. In Portofino waren wir drei Tage, da war nichts gestellt, wir haben das Städtchen gefühlt. Und am Abend gab es private Konzerte und guten Rotwein.

Klingt nach einem eindrücklichen Erlebnis.
Wenn Ronan Keating aufsteht und singt, Kevin Spacey dazu die Kerze schwingt und Cate Blanchett sagt: «Wahnsinn», dann spürt man schon, dass man mit ganz speziellen Menschen zusammen ist. Das inspiriert und beflügelt.

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