Samuel Koch Bewegender Auftritt von Familie im TV

Eigentlich hätte Samuel Koch im Mai zur Konfirmation seines Bruders fahren sollen. Doch der Gesundheitszustand des im Dezember letzten Jahres schwer verunfallten «Wetten, dass ..?»-Kandidaten liess die erste grössere Reise nicht zu. Mit Markus Lanz sprach nun sein Vater Christoph über die Zeit des Hoffens und Bangens.

Sich in der Öffentlichkeit zu zeigen und über den Unfall seines Sohnes Samuel, 23, zu sprechen, fällt Christoph Koch schwer. Und dennoch tritt Samuels Vater am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz auf. «Millionen von Menschen haben den Unfall miterlebt und haben den Anspruch zu erfahren, wie es ihm geht.» Er möchte diesem nun nachkommen. Doch schon die Frage zu beantworten, in welchem Zustand sich Samuel im Paraplegiker-Zentrum Nottwil befinde, bereitet ihm Mühe. «Ich kann dazu keine kurze und tagesaktuelle Antwort geben, da es keinen stetigen Verlauf gibt. Wenn ich heute sage, dass es ihm gut geht, kann diese Aussage für morgen schon nicht mehr zutreffen.» Ob diese gesundheitlichen Schwankungen auch der Grund dafür sind, dass Samuel seine für Ende Mai geplante erste grosse Reise zur Konfirmation seines Bruders verschieben musste, dazu sagte Christoph Koch nichts.

Doch der Glaube an Gott und die Hoffnung an die Heilung lassen Christoph Koch und seine Familie nicht aufgeben. Er wolle die Leistung der Ärzte nicht verunglimpfen, aber sie erhielten häufig Post, die sie stärke. «Zum Beispiel von einer Person, die vor 18 Jahren ebenfalls in Nottwil gewesen war. Die Ärzte hatten ihm keinerlei Hoffnung auf Genesung gaben. Heute fährt er wieder Fahrrad. Warum also soll man die Hoffnung aufgeben?»

Körperlich ist Samuel noch immer an den elektrischen Rollstuhl gebunden. Aus seiner Schulter und über die wenigen Muskeln in seinem Oberarm kann er diesen in Bewegung setzen. Geistig aber ist er da. «Sein Gehirn funktioniert einwandfrei, er hört gut, sieht gut - wenn auch die Schmerzen ihn manchmal ohnmächtig werden lassen - und er hat noch seinen Humor», erzählt Christoph Koch weiter.

Wie sieht der Alltag von Samuel aus, will Markus Lanz wissen. «Einen Alltag gibt es eigentlich nicht. Wir leben von Tag zu Tag.» Er und seine Frau versuchen, so oft wie möglich in der Schweiz bei ihrem Sohn zu sein. Bis lange in die Nacht hinein seien sie bei ihm - und helfen ihm, wenn ihm eine Fliege den Schlaf raubt. «Er kann da ja nichts tun. Das ist für uns kaum vorstellbar.»

Und wenn sie mal nicht mehr können, eine Pause brauchen, löst ihre Tochter die Eltern ab. Elisabeth - ebenfalls im Studio - ist das Bindeglied, wie Christoph Koch sie bezeichnet. «Überall, wo es fehlt, ist sie da. Ohne sie würde die Familie brach liegen.» Sie hat nach dem Unfall am 4. Dezember in «Wetten, dass ..?» ihren Au-Pair-Aufenthalt in Norwegen abgebrochen, kümmert sich seither um ihre Geschwister, wenn Mama und Papa in Nottwil sind. «Ich koche, wasche Wäsche und überprüfe die Hausaufgaben.» Denkt Elisabeth an Samuel, wirkt sie nachdenklich - sie probiert weiter zu leben und hofft, dass alles gut kommt.

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