Für den Rest seines Lebens hinter Gittern? Jury spricht Bill Cosby wegen Missbrauchs schuldig

Jetzt also doch: Ein US-Gericht sprach den Entertainer Bill Cosby im zweiten Anlauf des sexuellen Missbrauchs schuldig. Dieser reagierte mit einer Hasstirade auf das Urteil.
Bill Cosby
© Keystone

Es ist das erste wirkliche Urteil im Zuge der #MeToo-Bewegung. Bill Cosby, 80, früher einer der erfolgreichsten und beliebtesten Entertainer der USA, wurde am Mittwoch in mehreren Anklagepunkten für schuldig befunden. Penetration ohne Einwilligung, bei Bewusstlosigkeit des Opfers und nach Verabreichung von Medikamenten: «Guilty, guilty, guilty».

Das Opfer ist eine heute 45-jährige Kanadierin, die sich beim Prozess ebenfalls im Gerichtssaal befand. Sie selbst zeigte während des Urteils gemäss des «Philadelphia Inquirer» keine Regung, blickte starr vor sich hin. Andere mutmassliche Opfer reagierten mit erleichtertem Schluchzen auf den Schuldspruch. Ob auch ihre Fälle noch vor Gericht kommen, ist nicht klar - die meisten Fälle sind verjährt.

Bill Cosby
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Nach dem Scheitern des ersten Prozesses versuchte Bill Cosby ein Comeback: Bei seinem ersten Auftritt erschienen gerade einmal fünfzig Zuschauer.

Eine Schimpftirade von Bill Cosby

Jeder der drei Anklagepunkte alleine könnte mit einem Höchststrafmass von zehn Jahren geahndet werden. Wie lange Bill Cosby jedoch wirklich hinter Gitter muss, ist noch nicht klar: Der Richter gibt das Strafmass erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt. Auch kündigte Cosbys Anwalt bereits an, in Berufung zu gehen - entsprechend bleibt Cosby bis auf weiteres noch gegen eine Kaution auf freiem Fuss. «Wir glauben nicht, dass Herr Cosby wegen irgendetwas schuldig ist. Der Kampf ist nicht beendet», wird der Anwalt in mehreren Medien zitiert.

Bill Cosby selbst reagierte mit einer Schimpftirade auf das Urteil. Er hatte die Anschuldigungen immer bestritten.

«Jetzt wissen wir, wer der wahre Bill Cosby war»

Der jetzt zu Ende gebrachte Prozess ist bereits die zweite Durchführung. Schon vor bald einem Jahr war ein erster Prozess geplatzt, weil sich die Jury nicht auf ein Urteil einigen konnte. Auch dieses Mal brauchte die Jury zwei Tage. Der Staatsanwalt zeigte sich hoch erfreut über dieses Resultat. «Heute können wir endlich sagen, dass der Gerechtigkeit genüge getan wurde», äusserte er sich in einer Pressekonferenz. «Jetzt wissen wir, wer der wahre Bill Cosby war.»

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