Boris Becker spricht erstmals über Pleite-Vorwürfe «Das ist eine Menschenjagd gegen mich»

Der Ex-Tennis-Star bricht sein Schweigen und rechnet ab. Nach Monaten spricht Boris Becker erstmals öffentlich über den Vorwurf, er sei bankrott und schulde seinem Ex-Geschäftspartner und einer Bank mehrere Millionen. Becker: «Es ist irrsinnig zu glauben, ich sei pleite.»
Boris Becker bereut sein Buch
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Ersmtals spricht Boris Becker öffentlich über die Vorwürfe, er sei bankrott.

Er schulde seinem Ex-Geschäftspartner Hans Dieter Cleven 40 Millionen Schweizer Franken, stehe vor dem finanziellen Ruin und habe sogar seinen Maserati abgeben müssen - die Vorwürfe, denen sich Boris Becker, 49, seit Monaten stellen muss, wiegen schwer. Lange sagte der Ex-Tennis-Star nichts zu den Pleite-Vorwürfen. In einem Exklusiv-Interview mit der «NZZ» hat Becker am vergangenen Samstag sein Schweigen gebrochen.

«Ich schulde Herrn Cleven kein Geld. Fakt ist: Momentan schuldet mir Herr Cleven 90 000 Franken Verfahrenskosten vom ersten Prozess,» sagt Becker. Über die Details der Schlammschlacht der einstigen Partner will Bum-Bum-Boris nicht reden. «Es würde im Minimum zwei Stunden dauern, diese genau zu erläutern.»

Eine «bodenlose Unverschämtheit»!

Zu Beckers Gläubigern gehört auch eine englische Privatbank. Diese fordert 3,5 Millionen Euro plus Zinsen. Laut Becker, der mit seiner Frau Lilly Becker, 41, und dem gemeinsamen Sohn Amadeus, 7, in London lebt, ist das «alles Humbug».

Becker über die Bank und Cleven: «Aus einer Partnerschaft wurde ein Kampf. Und der ist ausgeartet in Anschuldigungen und absurden Forderungen wie den 40 Millionen Franken. Er und auch die Bank in England haben mein Leben und das meiner Familie angegriffen. Die Familie Becker war allerdings noch nie so verschworen wie heute, denn wir halten in guten wie in schlechten Zeiten zusammen.»

Boris Becker und Lilly Becker am Oktoberfest 2017
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Halten zusammen: Boris und Lilly Becker.

Fühlt sich der Deutsche, der in der Schweiz geschäftet, ausgenutzt von Cleven? «Ja», sagt Becker und spricht von einer «bodenlosen Unverschämtheit». Zum grossen Bruch mit Cleven kam es laut Becker, «als ich mich zu emanzipieren begann und meinen Firmensitz von Zug nach Küsnacht bei Zürich verlegte. Cleven war strikt dagegen, weil ich in Zürich natürlich auch andere Berater und Mentoren fand. Sein Einfluss schwand daher immer mehr.»

«Ich würde die Angelegenheit lieber heute als morgen bereinigen»

Noch einmal auf die Probleme mit der Privatbank angesprochen, gibt der Ex-Sportler zu: «Die Forderungen an und für sich bestreite ich nicht. Wir sind uns aber über die Höhe der Zinsen nicht einig. Die Bank fordert 25 Prozent auf die Gesamtsumme. Ich sage, es sind zwischen drei und fünf Prozent.»

Sobald klar sei, wie hoch die Schulden wirklich sind, wolle er das Geld sofort auf den Tisch legen: «Ich würde die Angelegenheit lieber heute als morgen bereinigen.»

Boris Becker
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Boris Becker sieht sich als Opfer einer Menschenjagd.

In der ganzen Schlammschlacht sieht sich Becker als Opfer: «Das ist eine Menschenjagd gegen mich.» Trotzdem ist sich der vierfache Vater sicher, dass er im Prozess mit Cleven im Vorteil ist: «Der erste Satz ist gespielt. Nun stehen wir im zweiten, ich habe eben einen Break gemacht und schlage nun auf.»

Hans Dieter Cleven, Ex-Geschäftspartner und heute Gläubiger von Boris Becker
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Der Ex-Metro-Finanzvorstand Hans Dieter Cleven fordert 40 Millionen Schweizer Franken von Boris Becker. 

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