Courtney Love Brandgefahr am Zürich Openair

Erst sagt sie zum Interview zu, dann sagt sie einen Tag zuvor wieder ab. Am nächsten Morgen sagt sie wieder zu, dann ging das doch nicht. Kurz nach Courtney Loves Konzert am Zürich Openair klappte es dann doch - zum Glück: sonst wäre sie jetzt vielleicht im Spital.
Courtney Love: Während Konzerten in Hochform, danach kommt das Tief.
© Keystone Courtney Love: Während Konzerten in Hochform, danach kommt das Tief.

Das Konzert war rockig und solide, Courtney Love war mit Energie bei der Sache. Es schien, als hätte sie ihre Drogenvergangenheit abgelegt. Bei ihr wirkten die kürzlich gemachten Schönheitsoperationen tatsächlich verjüngend. Ihre Musik kam beim Publikum des Zürich Openairs an – und sie schien Spass daran zu haben.

Eine andere Welt tat sich beim Interview direkt nach dem Konzert auf. Ihre dunkle Vergangenheit schien sie eingeholt zu haben. Ein Gruss mit lallender Stimme im Halbschlaf. Fragen versuchte sie so gut es geht zu beantworten – nicht unfreundlich, aber sichtlich erschöpft. Immer wieder fallen ihr die Augen zu.

Der Höhepunkt des knapp 10-minütigen Interviews: In Embryostellung krümmt sie sich auf der Couch in der 6 m2 grossen Garderobe. Ihr angefangener Satz verebbt in unverständlichem Murmeln, bis sie mit dem Kinn auf der Brust einnickt. Ihre angerauchte Zigarette fällt ihr aus dem Mund aufs Decolleté. Geistesgegenwärtig schnappen ihr die Journalisten den Stummel weg und Courtney Love schlummert friedlich weiter.
 

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