LGBT-Aktivistin: «Wir lassen uns nicht ausradieren!» Caitlyn Jenner wehrt sich gegen Donald Trump

Der US-Präsident hat mit Caitlyn Jenner eine weitere prominente Stimme verloren. Die Transgender-Frau fühlt sich von Donald Trump im Stich gelassen und setzt sich als Aktivistin zur Wehr.
Caitlyn Jenner gegen Donald Trump
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Transfrau Caitlyn Jenner kehrt Donald Trump den Rücken.

In seinem Wahlkampf um die US-Präsidentenschaft konnte Donald Trump, 72, noch auf die Stimme von Caitlyn Jenner zählen. Heute, zwei Jahre später, bereut die berühmte 68-Jährige ihre Unterstützung. Die Transfrau fühlt sich persönlich vom US-Präsidenten beleidigt. Ihre Meinung drückt sie in einem Gastbeitrag der «Washington Post» aus.

Leere Versprechungen sind der Grund für Jenners plötzlichen Sinneswandel. Trump versprach in seinem Wahlkampf, sich für die «wertvolle und verletzliche Community» von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Leuten einzusetzen. In seine Worte steckte Jenner viel Hoffnung. «Traurigerweise lag ich falsch», erklärt sie.

Seit seinem Amts-Antritt wartet der Reality-TV-Star vergebens auf Unterstützung. «In der Realität wird die Transgender-Community von diesem Präsidenten schonungslos attackiert»

Geht Caitlyn Jenners staatliche Anerkennung als Transgender-Frau verloren?

Die grosse Enttäuschung traf Jenner, als ein Bericht über Trumps politisches Vorhaben erschien. Dieser besagt, dass Geschlechter künftig strikt als mänlich oder weiblich definiert und nach einer ersten Untersuchung kurz nach der Geburt unveränderbar sein sollen. Das hätte zur Folge, dass geschätzte 1,4 Millionen Menschen die staatliche Anerkennung als Transgender-Person verlieren.

Caitlyn Jenner gegen Donald Trump
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Mit Caitlyn Jenner hat Donald Trump eine weitere prominente Befürworterin verloren. Die Transgender-Frau und Aktivistin fühlt sich von seiner Politik persönlich angegriffen.

Im Jahr 2015 gab Bruce Jenner, sechsfacher Vater (unter anderem von Kylie und Kendall Jenner) und ehemaliger Olympia-Sieger, seinen Wandel öffentlich. Mittlerweile zählt Jenner weltweit zu den berühmtesten Transgenderfrauen und Aktivistinnen. Auf Zustimmung ihrerseits muss der US-Präsident von nun an verzichten. 

Er hat unsere Würde verletzt.

«Trump hat unsere Menschlichkeit ignoriert. Er hat unsere Würde verletzt. Er hat aus uns Transmenschen politische Schachfiguren gemacht.» Der POTUS behaupte, mit seiner Anti-Transgender-Politik das Land schützen zu wollen. Dabei wolle er damit bloss den äussersten rechten Rand der Republikaner für sich gewinnen.

Diese Form von Politik erschüttert Jenner. «Das ist lächerlich und unwissenschaftlich!», beklagt sie sich in ihrem Gastbeitrag über die Stellungnahme. Ausserdem ist die Amerikanerin «zutiefst persönlich verletzt.» Doch die Aktivistin wehrt sich: «Wir lassen uns nicht ausradieren!»

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