Collien Ulmen-Fernandes «Als arbeitende Mama wurde ich massiv angefeindet»

Schauspielerin, Moderatorin und Mutter: Collien Ulmen-Fernandes meistert den Spagat Familie und Beruf erfolgreich. Genau das wird ihr aber auch immer wieder vorgeworfen, wie sie nun in einem Interview sagt.
Collien Ulmen-Fernandes 2015 über Kind und Christian Ulmen
© Getty Images

Collien Ulmen-Fernandes ist erfolgreiche Schauspielerin, Moderatorin - und Mutter einer dreijährigen Tochter. Die Familienarbeit teilt sie sich mit ihrem Mann.

Dreijährig ist ihr Töchterchen inzwischen. Kein leichtes Alter. «Ich hasse Supermärkte dafür, dass sie immer in Greif-Höhe alle möglichen knallbunten Zuckerkeulen deponieren müssen», sagt Collien Ulmen-Fernandes, 33, gegenüber «BZ Berlin». «Da greift sie natürlich auch zu und ich muss ihr alles aus den Händen reissen. Das ist jedes Mal ein Kampf, der mit zerbrochenen Überraschungseiern und kaputten Lollies endet.» In solchen Situationen muss die deutsche Schauspielerin und Moderatorin «sehr streng» sein, wie sie selbst sagt. «Gerade in der Trotzphase muss man das. Natürlich ist das nicht immer leicht. Aber es hilft, konsequent zu sein. Beim nächsten Mal weiss sie es dann, dass es um 3 Uhr nachts kein Hörbuch mehr gibt.»

Selten redet die Ehefrau von Kino-Star Christian Ulmen, 39, so unverblümt über ihre Tochter und über ihre Erziehungsmethoden. Damit dürfte sie zahlreichen Müttern aus der Seele sprechen. Und Collien Ulmen-Fernandes spricht im Interview ebenso offen über ein weiteres Tabuthema: über die Feindseligkeiten gegenüber berufstätigen Müttern. Dass sich sie und ihr Mann die Arbeit zu Hause gleichermassen teilen, stosse nämlich vielen sauer auf. «Wenn ich bei Facebook ein Bild aus dem Flugzeug auf dem Weg zu Dreharbeiten poste, dann fragen die Leute tatsächlich, warum ich nicht bei meinem Kind bin und als Mutter zu Hause bleibe», schildert sie. «Ich wurde wirklich oft massiv angefeindet! Wenn Christian von Dreharbeiten schreibt, dann ist das egal. In den Augen vieler ist die Erziehung immer noch die Sache der Frau.»

Vor allem nach der Geburt sei das nicht immer einfach gewesen. «Das kam noch zu dem dazu, dass ich mich sowieso erst mal in die Mutterrolle reinfinden musste.» Inzwischen falle es ihr aber leichter, nicht jeden Kommentar zu Herzen zu nehmen. «Ich finde es schön, dass unser Kind sowohl zum Vater als auch zur Mutter eine gleichermassen enge Bindung hat. Das ist ein gleichberechtigtes, modernes Familienmodell. Vom Vater kann unsere Tochter genauso bemuttert werden wie von mir.»

Trotz erfolgreichem Spagat zwischen Beruf und Familie - weiterer Nachwuchs kommt für die Ulmens nicht infrage. Noch nicht. Denn ihre Tochter bereitet ihnen bis heute schlaflose Nächte. «Und wenn es so weit ist, will ich das Durchschlafen erst mal geniessen!», sagt Collien Ulmen-Fernandes. Ausserdem habe sie mit dem Sohn ihres Ehemannes sowieso schon ein zweites Kind.

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