ESC 2014 Unglaublich aber wahr: Conchita Wurst nimmt den Titel nach Hause

Das Zittern hat ein Ende: Conchita Wurst entscheidet am Samstagabend tatsächlich den Kampf um den ESC-Titel. Und kann ihr Glück kaum fassen. Der Schweizer Sebalter hat einen soliden 13. Platz erreicht.
ESC-Gewinnerin Conchita Wurst mit dem Pokal
© Keystone

Mann oder Frau? Egal, Hauptsache Sieg! Conchita Wurst übertrumpft am Samstagabend ihre 25 Konkurrenten und gewinnt für Österreich den ESC-Titel.

Es war eine Wonne, Conchita Wurst beim Ländervoting des Eurovision Song Contests zuzuschauen. Mit jedem Punkt mehr schien es, als sei die 25-jährige Kunstfigur dem Herzinfarkt nahe. Dabei standen die Chancen auf einen Sieg von Anfang an gut für die «Königin von Österreich». Am Tag des grossen Finale wurde sie bei den Wettanbietern mit ihrem Song «Rise Like a Phoenix» nämlich als Favoritin gehandelt. 

«Ich will erst den ESC gewinnen - und dann den Grammy! Das ist mein grosser Traum. Und wenn ich den Grammy bis zu meinem 90. Lebensjahr nicht habe, dann klau ich ihn mir», sagte Wurst, die mit richtigen Namen Thomas Neuwirth heisst, noch vor zwei Tagen im Interview mit der «Bild»-Zeitung. Und so viel Selbstvertrauen zahlte sich am Ende aus: Noch vor dem letzten Voting war der Vorsprung so gross, dass Conchita die letzten Punkte gar nicht mehr nötig hatte. «Diese Nacht ist all denjenigen gewidmet, die an eine friedliche Zukunft glauben. Wir sind alle vereint», verkündete die Gewinnerin nachdem sie ihre Trophäe in den Händen hielt.

Thomas Neuwirth, der als Frau mit Bart für mehr Toleranz kämpft, sei zwar homosexuell, aber keine Transsexuelle. «Ich bin ein Mann und werde es bleiben», betonte er gegenüber der deutschen Boulevardzeitung. Er plane auch keine Geschlechtsumwandlung. «Ich trage nur gerne Frauenkleider, das ist alles.» Und das, seit er 14 Jahre alt ist.

Das Outing folgte allerdings erst 2006, als er in der ORF-Castingshow «Starmania» den zweiten Platz belegte. In die Rolle von Dragqueen Conchita schlüpfte er erstmals 2011 bei der Talentshow «Die grosse Chance». Danach folgten weitere Auftritte in TV-Formaten wie «Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika» auf RTL.

Die Tessiner ESC-Hoffnung Sebalter schaffte mit seinem Song «Hunter of Stars» das beste Schweizer Resultat seit 2005, als Vanilla Ninja in Kiew Achte wurden. Der 28-jährige Jurist belegte in Kopenhagen den 13. Platz.

Im kommenden Jahr findet der 60. Eurovision Song Contest nun also in Österreich statt. Und die Termine stehen bereits: Die beiden Halbfinale starten am 12. und 14. Mai, das grosse Finale soll dann am 16. Mai 2015 über die Bühne gehen.

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