Die wichtigsten Antworten zum Verschwinden des «DSDS»-Stars Was passiert, wenn Küblböck verschwunden bleibt?

Am Sonntagmorgen sprang der «DSDS»-Star Daniel Küblböck mutmasslich von Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Seither gilt der Sänger als vermisst. Sein Verschwinden wirft viele Fragen auf. SI online beantwortet die wichtigsten. 

Sein Verschwinden scheint so tragisch und kurios wie sein Leben. Am Sonntagmorgen um 5 Uhr Ortszeit verschwand der ehemalige Star der ersten Staffel von «Deutschland sucht den Superstar» von Bord des Kreuzfahrtschiffes Aidaluna. Der 33-Jährige soll vor Neufundland über die Reling vom fünften Deck des Schiffes gesprungen sein. Es ist von Suizid die Rede. 

Gestern Montag gab die kanadische Küstenwache bekannt, dass die Suche nach dem Deutschen eingestellt werde. Seither gilt Küblböck offiziell als vermisst. Doch was bedeutet dies nun für die Familie des Sängers und wie konnte es zu dem Unglück kommen? SI online beantwortet die drängendsten Fragen zum Verschwinden des Paradiesvogels. 

1. Welche Überlebenschancen hat Daniel Küblböck?

Gemäss Major Mark Norris, dem Einsatzleiter des «Joint Rescue Coordination Centre», hatte der Sänger kaum eine Chance. «Wir mussten zu dem Schluss kommen, dass aufgrund der Umstände kein Überleben mehr möglich war.» Die Suche wurde über ein Vielfaches länger durchgeführt als realistische Überlebenschancen bestanden. «Doch jeder Mensch ist anders und es gibt manchmal Wunder», so Norris gegenüber «Bild».

Wie lange ein Schiffbrüchiger im Wasser überlebt, hänge von zwei Hauptfaktoren ab, erklärt Christian Stipeldey, Sprecher der Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, gegenüber «Gala». Demnach kommt es auf die physische und psychische Verfassung, aber auch auf Seegang, Strömung und Temperatur an. Die See vor Neufundland war rau und das Meer nur neun Grad warm. Unter diesen Umständen könne ein Mensch mit durchschnittlicher Konstitution nur wenige Stunden überleben. «Es kommt aber auch vor, dass sich die Opfer beim Sturz aufs Wasser schon schwer verletzten», so Stipeldey weiter. Daniel Küblböck fiel aus einer Höhe von rund 15 Metern auf die Wasseroberfläche. 

2. Wo verschwand Daniel Küblböck?

Die Aidaluna war von Hamburg auf dem Weg nach New York. Die Passagiere bestiegen das Kreuzfahrtschiff am 29. August. Am Sonntagmorgen, dem 9. September, war das Schiff vor der Küste von Neufundland, der grössten Insel Kanadas. Rund 200 Kilometer vor der Küste der Stadt St. John's ging der Sänger um 5 Uhr morgens über Bord. 

Ein weiteres Detail: Die Unglücksstelle ist nur wenige Seemeilen von dem Ort entfernt, an dem 1912 die Titanic versank. 

Route Aidaluna Daniel Küblböck
© Aidaluna

Die Route der Aidaluna von Hamburg nach New York. Vor Neufundland (Kreuz) ging Daniel Küblböck über Bord.

3. Wie verlief die Suche nach Daniel Küblböck?

Die Bedingungen seien eigentlich gut gewesen, sagt Mark Norris. Der Notruf bei der Küstenwache ging bereits um 5.30 Uhr, nur kurz nach dem Vorfall ein. Die Aidaluna und ein anderes Kreuzfahrtschiff drehten sofort um und begannen, das Gebiet abzusuchen. Die Küstenwache mobilisierte einen Helikopter und zwei Suchschiffe.

Einige Stunden später flog ein Überwachungsflugzeug das Unglücksgebiet ab. Da die Crew des Kreuzfahrtschiffes so schnell reagiert habe, sei der Suchradius zu Beginn überschaubar gewesen, so Norris weiter. Doch die Bedingungen dort waren harsch. Das berechnete Gebiet, in dem Küblböck vermutet wurde, war anfangs nur 40 Seemeilen gross. Das sind umgerechnet etwa 300 Quadratmeter. Am Ende der Suchaktion handelte es sich aufgrund der Strömung und Wetterbedingungen schon um das Zehnfache.

4. Kann es sein, dass Küblböck übersehen wurde?

Das Gebiet sei über 20 Stunden Tag und Nacht mehrmals abgesucht worden. Die Küstenwache sei sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sicher, dass nichts übersehen wurde, sagt Einsatzleiter Marc Norris. Auch nach Abbruch der Suche sei noch einmal ein Aufklärer über das Gebiet geflogen. Leider ohne Erfolg.

5. Was passiert, wenn Daniel Küblböck verschwunden bleibt? 

Nach Abbruch der Suche gilt der Sänger als vermisste Person. Über den weiteren Status seiner Person entscheidet nun das deutsche Gesetz. Gemäss dem «Verschollenheitsgesetz» Paragraph 1, gilt als verschollen, «wessen Aufenthalt während längerer Zeit unbekannt ist, ohne dass Nachrichten darüber vorliegen, ob er in dieser Zeit noch gelebt hat oder gestorben ist, sofern nach den Umständen hierdurch ernstliche Zweifel an seinem Fortleben begründet werden.»

Für tot erklärt wird ein Verschollener gemäss Paragraph 5 erst, wenn er «bei einer Fahrt auf See, insbesondere infolge Untergangs des Schiffes, verschollen ist, kann für tot erklärt werden, wenn seit dem Untergang des Schiffes oder dem sonstigen die Verschollenheit begründenden Ereignis sechs Monate verstrichen sind.» 

6. Wie gross ist die Chance, dass Küblböck noch gefunden wird?

Christian Stipeldey von der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sagt dazu: «Die wenigsten Menschen gehen vollständig verloren, können wir aus unserer Erfahrung sagen. In küstennahen Gewässern werden in der Regel zumindest irgendwann ihre Leichname gefunden.»

7. Welche Anzeichen für einen Suizid gibt es? 

Noch ist nicht bekannt, ob der deutsche Star allein oder in Begleitung auf der Aidaluna unterwegs war. Auch ob er einen Abschiedsbrief hinterliess, ist nicht überliefert. Bekannt ist aber, dass Küblböck in den Monaten vor dem Unglück unter Problemen an seiner Schauspielschule litt. Er sei gemobbt worden, habe darunter psychisch wie auch physisch gelitten. Gerüchte um Alkohol- und Drogenprobleme machten an der Schule die Runde. Es scheint sogar, dass der angehende Schauspieler seinen Tod wie ein Theaterstück inszenierte.

In seinem Abschlussstück «Unschuld» sollte er die Rolle der Rosa spielen, einer Frau, deren Probleme in Ehe und Leben sich so zuspitzen, dass sie sich im Meer ertränkt. Im September eröffnete Küblböck einen Instagram-Account mit dem Namen «Rosa Luxemburg», auf dem er sich in Frauenkleidern zeigte. Auch auf der Aidaluna soll er ausschliesslich weibliche Kleidung getragen haben und wollte Lana genannt werden. 

Zudem sei das Verhalten des Entertainers aggressiv gewesen. Das ist auch den Mitpassagieren aufgefallen. Ein Reisender schreibt auf der Webseite Schiffe-und-kreuzfahrten.de: «Daniel war die letzten Tage ein sehr unangenehmer Passagier, hat nur Probleme gemacht und sogar die Kabine gewechselt. Er wollte auch immer allein sein.» Dies sei so weit gegangen, dass die Schiffscrew eingegriffen habe. Am Tag vor seinem Verschwinden musste Küblböck in die Notfallkabine umziehen, die näher bei der Crew liege. Er zog von Deck 6 auf Deck 5, von dem er sich schliesslich ins Meer stürzte. 

Daniel Küblböck Adoptivmutter Omi
© Instagram

Kerstin Elisabeth Kaiser adoptierte den Ex-«DSDS»-Star 2011. 

Und dennoch schliessen enge Freunde einen Freitod des angehenden Schauspielers aus. Sein Ex-Partner Robin Gasser und ein Jugendfreund sind sich sicher, dass Daniel Küblböck das seiner «Oma» nie hätte antun können. Dabei handelt es sich um die Immobilien-Millionärin und Adoptivmutter des Sängers Kerstin Elisabeth Kaiser, 73. 

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