Wer trägt die Schuld am tragischen Verschwinden Daniels? Küblböcks Papa spricht von «unterlassener Hilfeleistung»!

Der ehemalige «DSDS»-Kandidat Daniel Küblböck wird seit bald zwei Monaten vermisst. Sein Papa Günther äussert nun happige Vorwürfe - und offenbart, warum er keinen Grabstein kaufen will.
Daniel Küblböck Günther Küblböck
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Macht dem System Vorwürfe: Günther Küblböck mit seinem Sohn Daniel bei der Veröffentlichung dessen Buches im Jahr 2003.

Beinahe zwei Monate nach seinem Verschwinden ist immer noch unklar, was mit Daniel Küblböck, 33, geschehen ist. Am 9. September ging er über Bord des Kreuzfahrtschiffes Aidaluna, seither fehlt vom ehemaligen «DSDS»-Kandidaten jede Spur. Sein Vater Günther Küblböck, 54, hat sich nun erneut an die Öffentlichkeit gewandt - und sich dazu geäussert, wem er die Schuld am tragischen Schicksal seines Sohnes gibt. 

Happige Vorwürfe gegen die Schauspielschule

Im Interview mit «Bunte» prangert Papa Küblböck die Schauspielschule an, die Daniel während dreier Jahre besuchte und an der er diesen September seinen Abschluss hätte machen sollen. So sieht Günther Küblböck das «Europäische Theaterinstitut» als «einen Hauptauslöser der ganzen Tragödie», wie er sagt: «Er nahm die Ausbildung dort extrem ernst und war froh, dass im September alles vorbei gewesen wäre. Danach wollte er sich ein Engagement an einem deutschen Theater suchen.» Er habe es geliebt, klassische Stücke zu spielen.

«Leider wählte die Dozentin dann dieses, aus meiner Sicht, völlig kranke Stück ‹Unschuld: Das Leben auf der Praça Roosevelt› als Abschlussarbeit aus.» In besagtem Stück geht es unter anderem um eine Frau, die ins Meer springt und ertrinkt. «Daniel musste einen Transvestiten spielen.» Zuerst habe er dies nicht gewollt, doch dann «ging er plötzlich voll auf in der Rolle. Er wollte ja einen guten Abschluss machen», sagt sein Vater.

Galerie: Das Leben von Daniel Küblböck in Bildern

Für die Generalproben reisten zahlreiche Fans, Freunde und Familienmitglieder nach Berlin, um Daniel auf der Bühne zu bewundern. «Daniel hatte uns alle eingeladen. Er war so stolz, dass so viele Zuschauer eigens für ihn kamen. Bis zu diesem Tag war er auch völlig normal», erzählt sein Vater. 

Die Schule wies die Schuld bereits kurz nach Daniel Küblböcks Verschwinden von sich, als sie sich mit Mobbing-Vorwürfen in ihrem Lehrgang konfrontiert sah. Damals sagte Vorstandsmitglied Robert P. Mau gegenüber «Bild»: «Sie können sich unserer Betroffenheit sicher sein, wir müssen das erst einmal verarbeiten.» In einem weiteren Statement gab das «Europäische Theaterinstitut» zudem bekannt: «Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück. Wir sind zutiefst bestürzt und geschockt über das Verschwinden unseres Schülers Daniel Kaiser-Küblböck.»

«Unterlassene Hilfeleistung»

Der Vater hatte sich schon kurze Zeit nach dem Verschwinden seines Sohnes auf dessen Webseite zu Wort gemeldet: «Daniel war nicht depressiv, aber er hatte psychische Probleme, die man wohl am besten mit einer Art Psychose beschreiben kann.» Die Wesensveränderung des Schauspielers, die er wahrgenommen habe, sei indes plötzlich gekommen und habe sich in vielen Facetten gezeigt, schrieb Günther Küblböck weiter.

Daniel Küblböck Günther Küblböck
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Familienbande: Daniel Küblböck (M.) mit seinen Eltern Günther und Marianne im Jahr 2004.

Nun gibt er im Gespräch mit «Bunte» bekannt, dass er im August «tagelang» mit den Behörden telefoniert habe, darunter Betreuungsgericht, Polizei, Gesundheits- und Ordnungsamt - damit jemand seinem Sohn helfe. «Alle haben mir gesagt, wir könnten Daniel nicht gegen seinen Willen therapieren lassen.» Die Kernaussage sei immer dieselbe gewesen: Erst müsse etwas Schlimmes passieren, dann könne reagiert werden. Das ärgert Küblböck senior gewaltig: «Mich macht dieses System einfach nur wütend! Es ist im Prinzip unterlassene Hilfeleistung, was Daniel widerfahren ist.» 

Trauerfeier steht in den Sternen

Obschon eine auf See verschollene Person, von der die Leiche nicht gefunden wird, erst sechs Monate nach ihrem Verschwinden für tot erklärt wird, muss sich Günther Küblböck mit dem Ableben seines Sohnes auseinandersetzen. Ob es eine Trauerfeier geben wird, stehe noch nicht fest: «Wenn, dann nur im kleinsten Kreis.» Einen Grabstein hingegen werde es auf keinen Fall geben: «Ein Grab ohne die Person, um die es geht, wollen wir nicht.» 

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