Anekdoten von SI-Chefreporter Häfliger Danke, Dieter Zetsche!

Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche, 65, tritt im Mai 2019 ab. «Er gehört schon seit Jahrzehnten zu meinen Lieblingsmanagern», sagt SI-Chefreporter André Häfliger - und erinnert sich an die zwei verrücktesten Begegnungen mit ihm.
Dieter Zetsche
© Keystone

Der Mann mit dem unverkennbaren Schnauz geht: Dieter Zetsche.

«Dieter Zetsche hat sich für drei Tage an unserem Event angemeldet», erzählt mir Rolf Theiler, Mitbegründer des Springreit-Weltklasseturniers CSI Zürich, ein paar Tage vor der Veranstaltung im Januar 2014. Wir platzen zwar fast vor Stolz - aber wir gehen mal davon aus, dass es sich hier um einen Druckfehler handelt.

Marcel Guerry, damals CEO von Mercedes Schweiz, findet diese Interpretation nicht unbedingt lustig. Mir sagt er am ersten Turniertag ziemlich aufgeregt: «Wo ist denn der Vorstandsvorsitzende? Mir wurde gemeldet, er sei schon hier im Hallenstadion.» Zetsche ist zwar nicht mein Chef, aber ich drehe Marcel zuliebe mal eine Runde im Stadion. Und siehe da: Unübersehbar steht Dieter Zetsche vorne beim Reitereingang. Desirée Nosbusch, welche dieses Jahr die CSI-Show moderiert, erklärt ihm, was hier wo ist.

Desirée sieht mich und sagt: «Gut bist du da! Kannst du bitte Herrn Zetsche ins VIP-Zelt bringen? Ich muss mich dringend für die Moderation umziehen und bereit machen. Danke!» Freudiges Wiedersehen und grosse Ehre: Ich führe Zetsche zu Guerry und Theiler an den CSI-Präsidententisch.

Zetsche und Nosbusch waren ein Paar

Der Hauptgang ist gerade fertig serviert, da setzt sich auch Desirée nach getaner Arbeit zu uns an den Tisch. In dem Moment steht Dieter Zetsche auf, geht eigenhändig runter in die Küche und holt einen fein hergerichteten Teller. Obwohl hier ja serviert wird, stellt Zetsche die Mahlzeit galant vor Desirée hin. Rolf Theiler und ich schauen uns etwas verdutzt an, er flüstert mir ins Ohr: «Die drei Tage stimmen!»

Desiree Nosbusch und Dieter Zetsche am CSI Zürich 2013
© Bruno Voser

Beim CSI-Springreitturnier 2013 in Zürich sah man den Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche (r.) keine Minute von Désirée Nosbuschs (u. l.) Seite weichen.

Ich warte bis nach dem Dessert, nehme die CSI-Moderatorin dann schnell zur Seite und sage ihr leise: «Desirée, wir müssen reden!» So entstand eine exklusive SI-Geschichte, die damals um die Welt ging: Dieter Zetsche und Désirée Nosbusch waren gut ein Jahr lang ein Paar.

Zetsche und Lauda am Autosalon

Vier Jahre später: Ich sehe Formel-1-Doyen Niki Lauda am Genfer Autosalon ins Büro seines engen Freundes Dieter Zetsche verschwinden. Zetsches persönlicher Sekretär steht neben mir. «Ui», sage ich. «Dieses Bild muss ich aber unbedingt haben!» Der Sekretär schüttelt den Kopf: «Bedaure, der Terminkalender ist übervoll!» Ich insistiere und bitte ihn, Zetsche meine Visitenkarte zu bringen: «Okay, das mache ich für sie.»

Keine zehn Minuten vergehen, da steht Zetsche mit seinem Motorsport-Chef Lauda vor mir und fragt: «Funktioniert ihre Kamera? Wo sollen wir hinstehen?»

Danke, Dieter Zetsche!

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