Beatrix & Mabel Das Drama um Friso schweisst sie zusammen

Mitte Februar erlitt Prinz Friso bei einem Lawinenunfall einen schweren Gehirnschaden. Die Königsfamilie muss nun über seine Zukunft entscheiden. Und was wird aus Ehefrau Mabel? Royal-Experte Andreas Englert ist überzeugt: Trotz ihrer Vorgeschichte wird sich Königin Beatrix künftig um die Gattin ihres Sohnes kümmern - mehr denn je.

Es sieht nicht gut aus für den Niederländer. Nachdem Friso, 43, der zweitälteste Sohn von Königin Beatrix der Niederlande, am 17. Februar im österreichischen Skigebiet Lech bei einem Lawinenunfall verunglückte, wird er womöglich nie mehr aus dem Koma erwachen. Am vergangenen Donnerstag wurde er nun von Innsbruck in eine Spezialklinik nach London verlegt. Dort könne Friso in seinem jetzigen Zustand optimal versorgt werden, teilte das Königshaus mit.

Seine Mutter Beatrix, 74, Ehefrau Mabel, 43, sowie seine zwei Töchter Luana, 6, und Zaria, 5, reisten mit ihm. Seit dem Unfall sind sie nicht von seiner Seite gewichen, besuchten ihn beinahe täglich im Krankenhaus. Erst am Montag kehrte Beatrix zurück nach Holland, die königlichen Pflichten riefen. Dieser Zusammenhalt verwundert nicht: «Die Familie ist bekannt für ihre enges Verhältnis», weiss Royal-Experte Andreas Englert*. Er ist sich denn auch sicher, dass die Königin weiterhin «eng an Mabels Seite stehen wird».

Auch wenn ihre Beziehung einst von Konflikten geprägt war: Als Prinz Friso im Jahr 2003 Mabel als seine Verlobte vorstellte, entfachte ein Medienskandal - «Mabelgate» genannt. Denn Mabel hatte verschwiegen, dass sie mit dem einstigen Amsterdamer Drogenboss Klaas Bruinsma liiert war. Zudem pflegte sie Kontakte zum ehemaligen bosnischen Aussenminister Muhamed Sacirbey, der 2003 wegen Betrugs angeklagt war. Die niederländische Regierung verweigerte daraufhin die Zustimmung zur Hochzeit. Die Vermählung von Mabel und Friso fand schliesslich doch noch statt - der Bräutigam musste aber seinen Prinzen-Titel sowie die offizielle Zugehörigkeit zum Königshaus aufgeben.

Dieses Kapitel ist inzwischen abgeschlossen, «Beatrix hat Mabels Vorgeschichte akzeptiert», sagt Englert. Auch ohne ihren Ehemann werde Mabel weiterhin an traditionellen royalen Anlässen teilnehmen, die Familie wohl auch in die Wintersport-Ferien nach Österreich begleiten dürfen. «Die Königin wird sich noch intensiver als bisher nötig um sie kümmern. Und das würde sie auch tun, wenn ihre Schwiegertochter und Friso keine gemeinsamen Kinder hätten. Mabel ist eine intelligente Frau, Beatrix mag sie.»

Frisos Ehefrau und die Königsfamilie müssen nun gemeinsam über das Schicksal des Verunfallten entscheiden. Sie bestimmen, ob die lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet werden sollen, falls die Behandlung keine Wirkung zeigen wird. Aufgrund des besonderen Status in der Öffentlichkeit werde diese Entscheidung wohl noch schwieriger, als sie sowieso schon ist, vermuten Beobachter - zumal Frisos Unglück in Holland, wo passive Sterbehilfe erlaubt ist, eine grosse Debatte über die Behandlung von Komapatienten ausgelöst hat. 

*) Andreas C. Englert ist stellvertretender Chefredaktor der deutschen Illustrierten «Frau im Spiegel» und Royal-Experte.

Auch interessant