Das persönliche Interview mit Roberto Blanco «Singen ist mein Leben - warum soll ich aufhören?»

Seit mehr als 60 Jahren steht Roberto Blanco als Entertainer auf der Bühne und ist noch lange nicht müde. Im Interview verrät der Sänger, warum er ins Mädcheninternat kam und welche Schönheit ihn entjungferte.
Roberto Blanco Heft 36 2017
© Olivia Pulver

Roberto Blanco ist mit 80 noch topfit.

Roberto Blanco, erinnern Sie sich noch an Ihren allerersten Auftritt?
Ich war 16. Mein Vater hatte ein Engagement in einem Nightclub in Lausanne, und ich besuchte ihn in den Schulferien. Die Besitzerin fragte mich, ob ich auch mal singen möchte. Klar wollte ich! Und das Publikum war begeistert. Jeden Abend hat sie mir hundert Franken in die Hand gedrückt. Das war sehr viel Geld damals.

Das ist über 60 Jahre her. Eben haben Sie in Los Angeles ein neues Album aufgenommen. 
Singen ist mein Leben, und solange das Publikum mich hören will, warum soll ich aufhören? Al Walser hat mir ein paar Songs geschickt, die mir sehr gut gefallen haben. Modern, aber auf meiner Linie. Also bin in nach L. A. Das hat sehr viel Spass gemacht!

Ich habe nie versucht, jemanden zu imitieren.

Was für ein Hintergrundbild hat Ihr Smartphone?
Ein Foto meiner Frau. Ich bin oft unterwegs, und so habe ich sie immer bei mir. 

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Wir wohnen in Österreich. Dort habe ich die Berge und einen wunderschönen See. Und in meiner zweiten Heimat Kuba habe ich das Meer vor der Haustüre. Alles zusammen wäre mir zu viel. Dann könnte ich es nicht mehr geniessen!

Welche Musik hat Ihr Leben positiv beeinflusst? 
Frank Sinatra, Sammy Davis Jr., Louis Amstrong, Placido Domingo. Es gibt so viele fantastische Sänger. Ich habe nie versucht, jemanden zu imitieren, aber ich habe mich gerne inspirieren lassen. Ich werde nie vergessen, als ich Elvis Presley live in Las Vegas gesehen habe!

Roberto Blanco Heft 36 2017
© Keystone

Mit seiner «Roberto Blanco Show» erzielte er 1982 im Deutschen Fernsehen 49% Einschaltquote.

Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Ich bin zufrieden, so wie es ist – und das seit über 60 Jahren. Ich liebe jeden Moment auf der Bühne, nehme mir aber genügend Pausen, um mich zu erholen. Da bin ich sehr gut organisiert.

Als Sie Kind waren, was hat Ihre Mutter Ihnen da immer gesagt? 
Leider starb meine Mutter, als ich noch nicht einmal zwei Jahre alt war. Aber mein Vater hat immer gesagt: «Bleib wie du bist, und Füsse am Boden.»

Wo am Körper tuts Ihnen weh?
Ich bin topfit und hoffe, dass es noch lange so bleibt.

Ich spreche nicht über den Tod. Ich liebe das Leben und will es geniessen. 

Haben Sie einen Organspendeausweis?
Also, wenn meine Frau ein Organ bräuchte, dann würde ich sofort spenden. Aber ich habe keine Organspendeausweis.

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Der Tag ist noch nicht da, darum will ich nicht darüber nachdenken. Ich spreche nicht über den Tod. Ich liebe das Leben und will es geniessen. Wenn der Moment kommt und der liebe Gott mich holt, dann ist es so.

Die bisher beste Idee Ihres Lebens? 
Das ich meine Frau Luzandra geheiratet habe. 

Roberto Blanco Heft 36 2017
© Getty Images

Roberto Blanco heiratet 2013 die 40 Jahre jüngere Kubanerin Luzandra Strassburg.

Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben? 
Ein grosser Wunsch war, einmal in Las Vegas zu singen. Ich habe mir früher die Shows oft angeschaut und war überwältigt. Vor 30 Jahren hätte ich es vielleicht gekonnt, aber mittlerweile ist Las Vegas nicht mehr das, was es einmal war. Heute gibt es nur noch Shows mit manchen Weltstars. Das ist eine andere Liga.  

Ihr Spitzname als Kind? 
Pachichi.

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus? 
Ich habe meine Kindheit fast ausschliesslich im Internat verbracht. Mein Vater war Musiker und in der ganzen Welt unterwegs. Als meine Mutter starb, kam ich ins Mädcheninternat, weil ich noch so klein war. Erst mit sieben wechselte ich ins Bubeninternat. Das war eine sehr spannende Zeit.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich mit zwölf Jahren in Griechenland entjungfert wurde. 

Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben? 
«Versuch nicht zu sein, was du nicht bist.» 

Roberto Blanco Heft 36 2017
© HO

Im Juni kam sein neuer Oktoberfest-Hit raus.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz? 
Im Ernst? Keine Ahnung. Aber ich erinnere mich noch genau, wie ich mit zwölf Jahren in Griechenland entjungfert wurde (lacht). Das vergisst man nicht! Sie war Griechin, wunderschön, mit langen Haaren bis über den Po und einer fantastischen Figur. Als ich es am nächsten Tag meinem Vater beichten musste, hat er mir an der Bar einen Schnaps spendiert und gesagt: «Jetzt bist du ein Mann!»

Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut? 
Meine Frau hat mir zu meinem 80. Geburtstag eine wunderschöne Uhr, die ich schon lange kaufen wollte, geschenkt.

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