Jorge Gonzalez Der «GNTM»-Catwalk-Trainer im Interview

Er war der Liebling der letzten «Germany's Next Topmodel»-Staffel: Jorge Gonzalez, 43. SI online sprach mit dem Kubaner über seine Leidenschaft, die High Heels, seine Familie und Heidi Klum.

SI online: Jorge Gonzalez, Sie können besser auf High Heels gehen als manch eine Frau.
Jorge Alexis Gonzalez Madrigal Varona Villa: Nun ja, ich habe früh mit Üben angefangen. Ich war fünf Jahre alt, als ich mit Mamas High Heels spielte. Aber ich bin nur gestolpert.

Das allein macht aber noch keinen deutsch- und weltweit bekannten Catwalk-Trainer aus. Ihr Geheimrezept?
Mir kamen sicherlich noch der Tanz- und Ballettunterricht zugute – und man muss diese Fähigkeit auch im Blut haben.

Zunächst haben Sie jedoch eine ganz andere berufliche Richtung eingeschlagen.
Genau! Ich wollte meine Heimat Kuba verlassen und im Ausland studieren. Aufgrund der politischen Lage wählte ich Bratislava in der damaligen Tschecheslowakei. Mit 17 Jahren ging ich an die Uni und promovierte in Nuklearökologie. Ich war ein guter Student.

Und wie kamen Sie von der Naturwissenschaft schliesslich ins Fashion-Business?
Während meines Studiums verdiente ich mir Geld als Model dazu. So lernte ich andere Models kennen, die sich jedoch oft beklagten, auf High Heels nicht gut laufen zu können. Ich half ihnen dabei, ihren Stil zu verbessern. Als ich merkte, dass dies eine Marktlücke war, ergriff ich die Chance und machte mich selbstständig. Es kamen dann später auch Jobs als Choreograph, Stylist und Creative Director hinzu.

Was tragen Sie lieber: Hohe oder flache Schuhe?
Ehrlich gesagt fühle ich mich wohler in Schuhen mit Absätzen. Die Haltung ist besser und man strahlt auch ein ganz anderes Selbstbewusstsein aus. An Events und offiziellen Anlässen wird von mir erwartet, dass ich mit 15-Zentimeter-Heels auftauche. Privat muss es nicht ganz so hoch sein. Da reichen zum Beispiel Boots mit einem etwas dickeren Absatz.

In «Germany's Next Topmodel» waren Sie der Liebling schlechthin. Jetzt starten die Castings für die neue Staffel. Sind Sie wieder mit von der Partie?
Ich hoffe es, denn ich möchte unheimlich gerne wieder dabei sein.

Woran liegt's, dass es noch nicht feststeht?

Ich denke, es ist normal, dass nach jeder Staffel evaluiert wird, was für die kommende verbessert werden kann oder was eben bei einer neuen Idee vielleicht nicht mehr passt. Das müssen die Verantwortlichen beurteilen und nicht zuletzt muss Heidi Klum dies dann noch entscheiden. Aber so ist es ja auch spannend.

Wie haben sie die Deutsche erlebt?
Sie ist sehr kollegial, professionell, fröhlich und offen für Neues. Wenn ich mit einer Idee auf sie zukam, hat sie mich immer angehört.

Sie sind Kubaner, leben aber in Deutschland.
Genau, ich wohne mit meinem Hund, einem Ratero Mallorquin, und meinem Freund in Hamburg.

Wo fühlen Sie sich daheim?
In Deutschland habe ich alles, ich fühle mich hier zu Hause. Trotzdem weiss ich, wo meine Wurzeln sind.

Wie oft besuchen Sie Ihre Heimat?
Ich versuche, meine Familie mindestens einmal im Jahr zu besuchen. Sie bedeutet mir sehr viel. Als meine Mutter vor ein paar Jahren an Krebs erkrankte, reiste ich deswegen noch öfters nach Kuba. Ich wollte bei ihr sein. Leider starb meine Mama vor zwei Jahren. Mein Vater aber lebt noch, er ist eben erst 89 Jahre alt geworden und fit wie ein Turnschuh.

Haben Sie Angst vor dem Altern?
Nein. Ich bin zwar schon 43 Jahre alt, aber dank meiner kubanischen Mentalität spielt das Alter keine Rolle. Ich bin so alt, wie ich mich fühle.

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