Samuel Koch «Der Rollstuhl ist ein nützliches Übel»

Der im Dezember verunfallte «Wetten, dass ..?»-Kandidat will so gut wie möglich mit dem Gefährt klar kommen - ohne dabei sein Ziel aus den Augen zu verlieren: Wieder gehen zu können. In einem Interview spricht Samuel Koch über seine aktuelle Situation, den 4. Dezember 2010 und die Zukunft.
Samuel Kochs Leben hat sich nach dem Unfall schlagartig verändert, «ihm geht's beschissen», sagte sein Vater Christoph wenige Wochen nach der Tragödie.
© Keystone Samuel Kochs Leben hat sich nach dem Unfall schlagartig verändert, «ihm geht's beschissen», sagte sein Vater Christoph wenige Wochen nach der Tragödie.

Vor drei Monaten ereignete sich der Unfall, der Samuel Kochs Leben von einer Sekunde auf die andere veränderte. Nach seinem Sturz in der Live-Sendung «Wetten, dass ..?» liegt der 23-Jährige im Paraplegiker-Zentrum in Nottwil. Wenn er an den 4. Dezember 2010 denkt? «In Vergessenheit wird der Unfall niemals geraten», sagt er nun in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». «Immer wieder denke ich: Mensch, so was Blödes. Hätte ich da nur nicht zugesagt.» Doch Koch weiss auch: «Was passiert ist, ist passiert. Das kann ich nicht ändern. Das kann keiner ändern.» Er freue sich auf das, was vor ihn liege.

Und das sind die vielen kleinen Fortschritte, die er vielleicht nicht immer merkt, seine Freunde und Verwandten dafür umso deutlicher. «Meine Frau Mama war jetzt einige Tage weg. Sie sagte: ‹Wow, du kannst ja immer mehr!›» Zum Beispiel habe er sich inzwischen im Liegen selbst am Kopf kratzen können und er versucht versucht, «aus eigener Kraft zu sitzen, sodass ich mich mit der Muskulatur, die noch da ist, stützen kann». Auch kehrte in seiner linken Hand - wie schon länger in der rechten - das sensorische Gespür zurück und zum ersten Mal kann er seinen linken Fuss wieder wahrnehmen.

So sehr sich Koch mit der Situation zurechtgefunden hat - den Rollstuhl bezeichnet er als «nützliches Übel» - so sehr wünscht er sich, wieder laufen zu können. «Ich wollte und will nach wie vor wieder Fussgänger werden.» Doch im Augenblick will er so gut wie möglich mit dem Rollstuhl klarkommen. «Er schenkt mir ein grosses Mass an Selbstständigkeit und Freiheit. Ich fahre hier allein durch die Gegend.» Im Mai wird Samuel Koch das Paraplegiker-Zentrum und die Schweiz erstmals verlassen. «Ich werde bei der Konfirmation meines Bruders dabei sein.» Mit einem extra angepassten zusammenklappbaren Rollstuhl.

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